Dürfen Solar- und Windenergie vermarktet werden?

Solar- und Windenergie sind wie saubere Atemluft und Wasser natürliche Lebensgrundlagen. Sie sind auch Bestandteil menschlich genutzter Arbeitsenergie.

In der gegenwärtigen Phase des Industriezeitalters sind Kernenergie und fossile Energie leider noch Grundlage kapitalistischer Ausbeutungsverhältnisse und Hauptbestandteil menschlich genutzter Arbeitsenergie. Sie sind einem global ausgetragenen „Wettbewerb“ um Marktanteile und Marktführerschaft unterworfen. Dieser Konkurrenzkampf ist mit menschenverachtenden Kriegen und Klimaschäden verbunden, die zu zivilisatorischer Selbstzerstörung führen.

Die Einbeziehung von Wind- und Solarenergie in das System der Vermarktung atomarer und fossiler Energieträger befördert Menschenrechtsverletzungen durch Ressourcenkriege.

Materielle und immaterielle Schäden der Abhängigkeit von atomarer und fossiler Energieversorgung übersteigen deren Nutzen in unschätzbaren Größenordnungen.

Zur Schadensbegrenzung muss die Einbeziehung regenerativer Energieversorgung verhindert werden, solange atomare und fossile Energie noch Bestandteil der Energieversorgung sind. Nur mit Trennung vom zerstörerischen System atomarer und fossiler Energieversorgung ist es möglich, den lebenserhaltenden Vorteilen der Nutzung regenerativer Energien zu dauerhaftem Durchbruch zu verhelfen.

Die Vorteile regenerativer Energieversorgung sind ökonomisch messbar. Sie sind jedoch nur abrechenbar, wenn jegliche Vermischung mit dem Preisdiktat neoliberaler Marktwirtschaft verhindert wird.

Kartellgeleitete Energiewirtschaft ist Betrugswirtschaft und unvereinbar mit sozialer Marktwirtschaft. Sie verweigert die Einbeziehung der finanziellen Schäden durch Kernenergie- und fossile Energieversorgung in ihre Preisdiktate und fordert vom Staat, die Bevölkerung nicht erkennbar mit verbrauchsunabhängigen Energiesteuern zu belasten (allein Braunkohleverstromung verursacht 10 Ct/KWh Steuern).

Wie Luft dürfen Solar- und Windenergie als Arbeitsenergie für Landwirtschaft sowie abfallfreie Industrie- und Warenproduktion nicht besteuert werden. Es ist nicht einsehbar, dass in dieser Hinsicht gesetzliche Unterschiede zwischen Solarthermie einerseits und Photovoltaik und Windenergie andererseits bestehen.

Steuerfreiheit regenerativer Energien ist nur geringfügiger Ausgleich für staatliche Risikofinanzierung der Kernenergie und für ungerechte Steuersubventionen der Kohlestromerzeugung.

Wie Luft und Wasser sind Solar- und Windenergie Bestandteil der Daseinsvorsorge und keine Handelsware.

Die Beseitigung von Fluchtursachen und Vermeidung von Entschädigungen für den Ausstieg aus umwelt- und klimaschädlicher Energieversorgung zwingt zu Gesetzesinitiativen für den Vorrang dezentraler Energieversorgung aus regenerativen Quellen.
Dieter Brendahl

„Impulspapier Strom 2030“ des BMWi

Organisationen der erneuerbaren Energien nehmen gemeinsam Stellung

Energiewende muss auf die Beschleunigungsspur!

Pressemitteilung des Bündnis Bürgerenergien (BBEn)

Das „Bündnis Bürgerenergien (klick)“ (BBEn) von über 100 Bürgerenergiegesellschaften mit insgesamt mehr als 200.000 Mitgliedern, die „Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (klick)“ (DGS), die „Freunde von Prokon“ (klick), der „Landesverband Erneuerbare Energie Sachsen-Anhalt“ (klick) (LEE), „MetropolSolar Rhein-Neckar“ (klick), „Sonnenkraft Freising e.V.“ (klick)„Energie zum Leben – auch in W-Nord“ (klick – E-W-Nord), der „Solarverein Goldene Meile e.V.“ (klick), sowie 17 Vereine und Bürgerinitiativen für Umweltschutz und gegen Fracking fordern in einer gemeinsamen Stellungnahme zum „Impulspapier Strom 2030“ (klick) des Bundeswirtschaftsministeriums:
Angesichts des immer schneller voranschreitenden Klimawandels muss die Energiewende maximal beschleunigt werden, statt sie – wie im EEG 2017 vorgesehen – durch Ausbaudeckelungen und Ausschreibungsverfahren weiter abzubremsen.

Dem Papier des Bundeswirtschaftsministeriums, in dem ausschließlich bekannte und bereits kommentierte Positionen der Bundesregierung wiederholt werden, setzen die Akteure der Energiewende ihre Positionen entgegen:

  • Die Auffassung der Bundesregierung, dass „noch Speck im System sei und weg müsse“, ist angesichts der in der Photovoltaik-Branche seit 2012 verlorenen 70.000 bis 100.000 Arbeitsplätze zynisch. Mit dem vorgesehenen Ausschreibungsverfahren wird beabsichtigt, auch in der Windenergie einen Einbruch herbeizuführen. Angesichts der Klimasituation, der fehlenden Umsetzung der Pariser Klimabeschlüsse und der aktuellen Schwierigkeiten der Bundesregierung mit einem Klimaschutzplan kann dies nur schärfstens verurteilt werden.
  • Durch das Ausschreibungsverfahren wird insbesondere auch die „Bürgerenergie“ extrem benachteiligt, was zu einem Akzeptanzverlust für die Windenergie führen wird und damit einen weiteren Bremsfaktor ins Spiel bringt.
  • Die Erhebung der EEG-Umlage auf Eigenverbrauch und Mieterstrom stellt eine weitere Bremsmaßnahme dar und verkehrt die EEG-Umlage, die erfunden wurde, um die erneuerbaren Energien zu fördern, in ihr Gegenteil.
  • Der grundlegende Fehler der Regierungspolitik zur Energiewende besteht darin, dass die Klima-, Umwelt- und Gesundheitskosten der Energieerzeugung keinen Niederschlag im Strompreis finden. Dadurch werden die erneuerbaren Energien extrem benachteiligt. Von ihrer „Marktintegration“ und überhaupt von einem fairen Strommarkt kann unter diesen Umständen keine Rede sein.

Im gleichen Zug mit ihrer Kritik bieten die Verfasser der Bundesregierung an, sie bei sachlicher Information zu unterstützen, wenn es darum geht, in Bereichen, wo noch Skepsis besteht, wie etwa bei den Beschäftigten der konventionellen Energiewirtschaft und ihren Gewerkschaften, für Akzeptanz der Energierwende zu werben.

Die Organisationen beabsichtigen weitere gemeinsame Aktivitäten, um beizutragen, dass zur Bundestagswahl 2017 der Klimaschutz die Gewichtung erhält, die nötig ist und dass die Weichen für die Energiewende neu gestellt werden.

Das BBEn macht zusätzlich auf das „Bremer Manifest“ aufmerksam, worin grundlegende Aussagen zu Klimawandel und Energiewende getroffen werden.

Link zur  Stellungnahme (klick)

Viele Grüße,
Christfried Lenz

Postfossile Zukunft: Power to Gas

Nicht wenige informierte Menschen, mit denen ich über Fracking spreche, antworten mit der Gegenfrage nach der Perspektive unsres Antifracking-Engagements. Die Grünen sehen z.B. im nichttoxischen Fracking bekanntlich eine notwendige Übergangstechnologie bis zur vollständigen Energiewende. Oft ist folgender Satz zu hören: „Erneuerbare Energien – schön und gut. Was aber, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint?“ Also sei, so die Botschaft, nichttoxisches Fracking notwendig. Ergänzend werden gerne Probleme der Speicherung des zeitweise „zu viel“ erzeugten Stroms aus Windkraft und Fotovoltaik diskutiert. Gerade in SH gibt es oftmals die Situation, dass der Wind so kräftig weht, dass nicht alle Windräder ihren Strom ins Netz speisen können.

Hierzu ein konkretes Beispiel: Das im erdölreichsten Bundesland SH gewonnene Erdöl deckt den gesamten deutschen Energiebedarf zu 0,8 Prozent. Das müsste sich doch eigentlich einsparen lassen, z.B. durch sozial verträgliche Effizienzsteigerung der Energie verbrauchenden Geräte, Maschinen etc, durch Wärmedämmung der Gebäude usw. usf. Trifft dies zu, dann kann doch das gesamte Erdöl im Boden unsres Bundeslandes bleiben, und wir brauchen Fracking überhaupt nicht! Solche Sicht ist z.B. unter CDU-Lokalpolitikern weit verbreitet: Wir sollen für die kommenden Generationen noch den Rest an Kohlenwasserstoffen übrig lassen.

Genau aus solchen Überlegungen haben wir sieben Gründer unserer BI den Namen „Stoppt Fracking im Großraum Kiel – für eine postfossile Zukunft!“ gegeben. Es reicht auf Dauer nicht aus, GEGEN etwas zu sein, wir müssen dies verbinden mit einer POSITIVEN Perspektive!

Hier wird die Technologie „Power to Gas“ immer spannender. Ich hab direkten Kontakt zum Berliner Biologen Dr. Detlef Bimboes von der Ökologischen Plattform bei der Linkspartei, der dreißig Jahre im Umweltbundesamt als Wissenschaftler gearbeitet und sich auf dieses Gebiet spezialisiert hat: Überschüssiger Strom aus Windkraft wird umgewandelt in „gutes Gas“, mit dem wir Gebäude heizen, Autos antreiben können usw. Doch leider gibt es auch hier einen Haken: NOCH ist der Einsatz dieser Technologie zu teuer, er verbraucht zu viel Energie. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, bis diese Herausforderung bewältigt ist. Um unser Argumentationsvermögen zu schärfen, sollten wir uns in nächster Zeit AUCH mit solchem Thema beschäftigen. Das wäre zumindest mein Vorschlag.

Frackingfreie Grüße von
Hajü

Die Kurve der Wut

Hinweis auf den sehr lesenswerten Kommentar von Rüdiger Haude (SFV) zu einem BILD-Artikel: Warum zahlen wir so viel für Strom?

Auszug:

„Die Bild-„Zeitung“ … erreicht über 12 Millionen Leser. … „Bild“ baut seinen Erfolg darauf auf, für komplizierte Probleme einfache Scheinerklärungen anzubieten. Dabei wird nebenbei ziemlich kräftig Politik gemacht. …
… Aber ein Boulevard-Medium, das auf der Seite der Vernunft und der Moral stünde, das müsste wohl erst noch erfunden werden. Vielleicht wäre es auch die Quadratur des Kreises. …“

Energiewende von unten

Für die Auseinandersetzung um die Weiterführung und Beschleunigung der Energiewende hat der SprecherInnenrat als Antwort auf die Energiepolitik der Regierung ein eigenes Eckpunktepapier verfasst.
Unsere Antwort auf das Abwürgen der Energiewende „von oben“ lautet: „Energiewende von unten“!
Wir wollen die Befürwortung der Energiewende durch die Mehrheit in unserem Land nutzen, um die Stromversorgung immer weniger den Konzernen zu überlassen.

Ökologische Plattform bei der LINKEN, Sprecherrat:

Energiepolitische Eckpunkte (Mai 2014)

Im Koalitionsvertrag haben die Energiekonzerne das Abwürgen der Energiewende und die Weiterführung der fossilen Stromerzeugung durchgesetzt. Alle Ziele der Bundesregierung zur Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes sind damit Makulatur geworden. Wenn das Kapital die Energiewende von oben blockiert, dann kann die Antwort nur sein: Beschleunigung der Energiewende von unten.

Grundlagen für linke energiepolitische Ziele und Maßnahmen:

  1. Seit 1990 haben die Emissionen weltweit um nahezu 50 % zugenommen.
    Die Erderhitzung wird voraussichtlich auf Grund der ungebremst zunehmenden Klimagas­emissionen unausweichlich auf uns zu kommen, mit 5 °C Erderwärmung und katastrophalen Folgen in allen Erdteilen. In 15 Jahren schließt sich das Fenster für bezahl­bare wirkungsvolle Maßnahmen zum Klima­schutz. Gibt es bis 2030 keine vollstän­dige Umstellung auf erneuerbare Energieträger, dann muss das Kohlendioxid aktiv aus der Erdatmosphäre entfernt werden, um eine weitere Erd­erhit­zung zu unterbinden. Das würde dann bis zu 12 % der globalen Wirtschaftsleistung in Anspruch nehmen und damit fast den gesamten Profit der Wirtschaftsunternehmen auf­fres­sen. Preisgünstiger wäre die sofortige Umstellung auf erneu­er­bare Energie. Energiepolitisches Ziel müsste daher auch aus wirtschaftlichen Gründen die volle Umstellung auf erneuer­bare Energie bis 2030 sein. Das ist schon nicht mehr realistisch.
    Für die Stromerzeugung hatte die SPD im Wahlkampf noch einen Zuwachs auf 75 % Anteil EE gefordert, im Koalitions­vertrag sind nur 55 % (bis 2035) übrig geblieben. Diese Zielstellung ist völlig unzureichend.
    Mit gutem Grund haben sich über 50 Länder die deutsche Gesetz­gebung zum Vorbild genommen. Das EEG hat bisher ein hohes Ausbautempo bei den erneuerbaren Energien gewähr­leis­tet. Es muss beibehalten und so verändert werden, dass das Ausbautempo noch erhöht wird. Doch die Regierung macht das Gegenteil, im nächsten Jahr gehen mehr Kohlekraftwerks­kapa­zi­tä­ten ans Netz als erneuerbare Energieanlagen.
    Für uns sind 100 % erneuerbare Energien an der Gesamt-Primärenergiebereitstellung bis zum Jahr 2050 ein nicht verhandelbares, zwingendes ökologisches und wirtschaftliches Ziel.

  2. Die fossilen Energieträger sind endlich und werden immer teurer.
    Unser wichtigster Energieträger ist Erdöl, dessen weltweites Fördermaximum 2010 überschritten wurde. Das Zeitalter des billigen Erdöls ist zur Hälfte durchschritten, doch der Verbrauch steigt immer noch pro­gressiv an. Der Peak Gas wurde 2011 überschritten. Kohle soll noch 100 Jahre reichen, das globale Fördermaximum wird 2020 erreicht. Seit der Jahrtausendwende ist der Kohle­ver­brauch weltweit um 70 % angestiegen. Bei Uran wird das För­der­maximum 2025 erwartet. Bei allen fossilen und atomaren Energie­trägern ist das Ende der Förderung absehbar und dennoch wird keine Vorsorge für kommende Generationen getroffen, die für bestimmte Produkte auf fossile Energieträger angewiesen sind. Eine schnelle Umstellung auf erneuerbare Energien ist für den Fortbestand der Menschheit unabdingbar.
    Deutschland ist hochgradig von Importen abhängig (Uran 100 %, Mineralöl 97 %, Erdgas 86 %, Steinkohle 78 %). Die Kosten für die Energieimporte wachsen beständig. Während 2005 Deutsch­land etwa 60 Mrd. € für Energieimporte ausgegeben hat, waren es 2012 bereits 93,5 Mrd. €. Die kostengünstig ausbeutbaren Vorkommen gehen zur Neige. Auf Grund der hohen Import­abhän­gig­keit wird Deutschland bei der Sicherung der Rohstoff­ver­sor­gung in Konkurrenz zu anderen Industriestaaten treten und eine imperiale Machtpolitik verfolgen, die auch zu kriegeri­schen Auseinandersetzungen führen wird.
    Im Interesse zukünftiger Generationen, geringerer Energiekosten und einer friedlichen Außenpolitik fordern wir die vollständige Umstellung auf erneuerbare Energie.

  3. Privathaushalte und Wirtschaft benötigen eine sichere, ausreichende Stromversorgung.
    Die Versorgung ist gegenwärtig sicher und ausreichend, denn Deutsch­land hat Über­kapazitäten und exportiert Strom ins Ausland. Doch erneuerbare Energien haben einen Nachteil: ungleichmäßige räumliche Verteilung und starke zeitliche Schwankungen. Große PV-Kraftwerke (z.B. Neuhardenberg) produzieren bei wechselnder Bewölkung leicht Stromschwankungen von mehreren Megawatt pro 10 Minuten. Das stellt das Stromnetz zur Zeit vor enorme Schwierigkeiten. Die Folge: Abregelung der Spitzen, Vergeudung erzeugten EE-Stroms und zusätzliche Kosten für die Verbraucher. Es gibt zwei Lösungsmöglichkeiten: Ausbau des Netzes so, dass die Spitzenleistung (ab-) transportiert werden kann, und Erweiterung der EE-Erzeugungsanlagen mit Stromspeichern, die zumindest die Kurzzeitschwankungen ausgleichen. Beides ist nötig, aber Hochleistungs-Stromtrassen dienen (auch) den Stromkonzernen und dem Weiterbetrieb atomarer und fossiler Kraftwerke. Entsprechend stark sind der Widerstand in der Bevölkerung und die Probleme der Realisierung. Dagegen ist die erforderliche Speichertechnik z.B. in Form von Bleiakkus bereits jetzt einsetzbar. (Die BEWAG hat in Berlin bis 1994 einen Speicher mit 17 MW für 20-30 min betrieben.) Gepufferte EE-Anlagen erleichtern ihre Integration in die vorhandenen Netze und mindern den Ausbaubedarf. Sie sind möglichst kurzfristig einzusetzen, um die Energiewende zu beschleunigen.
    Wir fordern, alle neu errichteten PV- und Windkraftanlagen mit Pufferspeichern auszurüsten. Dafür ist ein gut dotiertes Marktanreizprogramm aufzulegen; die Mittel sind durch Kürzung der Subventionen und Vergünstigungen des fossil-atomaren Komplexes (ca. 16 Mrd. € p.a.) aufzubringen.

  4. Privathaushalte und Wirtschaft benötigen eine kostengünstige Versorgung mit Energie, doch es gibt keine Kostenwahrheit bei den Energiepreisen.
    Die Produktionskosten zur Herstellung von Strom und Wärme sollten auf alle Verbraucher gleichmäßig verteilt werden. Das ist gegenwärtig nicht der Fall. Die strom­in­ten­sive Industrie zahlt 5 ct/kWh, die Industrie­kunden 12,8 und die Privathaushalte 25,74 ct/kWh.
    Die Bun­desregierung will den Preisanstieg für Energie durch Kappung des Ausbaus der erneuerbaren Energie mildern (EEG-Umlage). Die anderen wichtigen Gründe für das Steigen der Energiepreise bleiben unbeachtet.
    Die Industrierabatte bei der EEG-Umlage (2013 4 Mrd. €) sind bei sehr vielen Betrieben nicht gerechtfertigt (z. B. Lebensmittelhersteller). Die Privathaushalte und Kleinunternehmen müssen dadurch die EEG-Umlage der davon befrei­ten Industrie mittragen, was 1,4 -Cent/kWh ausmacht.
    Preissenkungen an der Strombörse werden von den Energie­kon­zer­nen nicht an die Haus­halts­kunden weiter gegeben.
    Ein weiterer Kostentreiber ist der Ausbau der Offshore-Wind­kraft­anlagen, den die Bundes­regierung nicht deckeln will. Die Offshore-Anlagen bekommen eine doppelt so hohe Ver­gü­tung wie die Onshore-Anlagen, sie müssen den Netzanschluss nicht sel­ber bezahlen, sie haften nicht bei Übertragungsproblemen beim Netzanschluss. Das erhöht die EEG-Umlage.
    Für Geringverdiener sind Basisfrei-Progressiv-Tarife einzuführen, damit die Energiewende sozial gestaltet wird und ein Anreiz zum Energiesparen entsteht.
    Wir fordern die Streichung der ungerechtfertigten Industrierabatte, eine öffentliche Strompreis-Aufsicht über das Endkundengeschäft, Beschleunigung der kostengünstigen Windkraft an Land und Abbau der kostenträchtigen Überförderung der Windkraft auf dem Meer, Vermeidung unnötiger Kosten für Nord-Süd-Hochspannungs­leitungen.

  5. Die Wirtschaftskraft der deutschen Industrie zur Herstellung von Anlagen der erneuer­baren Energie wird durch fast 400.000 Beschäftigte gesichert. Der Anlagenzubau an Land betrug im Jahr 2013 knapp 3.000 MW (1.150 Anlagen). Insgesamt kann die Windbranche 34.000 MW zur Stromerzeugung bereit­stel­len (8 % Anteil am Strommix). Die installierte Leistung bei Photovoltaikanlagen beträgt etwa 35.000 MW. Durch den nicht ste­tigen Wind- und Sonnenlichtanfall werden aus PV und Windkraft aber nur 5.000 bis 55.000 MW für das Strom­netz bereitgestellt, etwa die Hälfte der installierten Leistung. Eine Umstellung auf Vollversor­gung mit erneuerbarer Energie verlangt daher wesentlich mehr Kapazität bei Wind- und Sonnenkraftanlagen (etwa 200.000 MW). Nach Angaben des Bundes­umweltamtes ist in Deutsch­land ein technisch-ökologisches Potential von 275.000 MW vorhanden. Bis 2020 wäre also ein Zubau auf 120.000 MW möglich.
    Die Fertigungskapazitäten der Industrie reichen aus, um bis 2050 auf 100 % erneuerbare Energie umzusteigen.

  6. Demokratie im Energiesektor. Bisher war die durch das EEG eingeleitete Energiewende zur Hälfte eine Wende von unten, denn fast die Hälfte der Anlagen der Erneuerbaren Energie sind von einzelnen Bürgern oder den inzwischen 900 Energie­genossen­schaf­ten finanziert worden. Die Bür­ger waren Motor und Marktführer der Energie­wende. 2012 gab es 132 Regionen mit knapp 20 Mio. Einwohnern, die so viel erneuerbare Energie erzeugten, wie sie verbrau­chen. Rein rech­nerisch ist die Energiewende auf einem Viertel der Fläche Deutschlands bereits vollzogen. Ein großer Teil der Stromversorgung erfolgt bereits dezentral. Von den mehr als 1 Mio. Solarstromanlagen sind 98 % dezentral ans Niederspannungs­netz angeschlossen und erzeu­gen den Solar­strom verbrauchernah. Die PV-Kraftwerke der Mega­watt­klasse erbringen nur 15 % der Leistung aller PV-Anlagen. Wir wollen die Zustimmung der Bevölkerungsmehrheit zur Energiewende nutzen, um sie weiter voran zu bringen.
    Die Bundesregierung und Konzerne setzen mit großen Windparks und hochleistungsfähigen Übertragungsnetzen auf zentrale Lösungen; diese lassen sich besser kontrollieren. Doch immer mehr Bürger wollen sich die stetig steigenden Energie­preise nicht mehr von den großen Stromerzeugern und Netzbetreibern diktieren lassen, sondern sich selbst mit Energie versorgen. Für sie sind dezentrale PV-Anlagen mit Stromspeichern die Lösung. Sie können einen Beitrag zur Demokratisierung der Stromversorgung leisten.

  7. Die Förderung von Wirtschaft und Forschung im Energiesektor umstellen. Gegenwärtig wenden die Nationen der Welt mehr Geld für Subventionen der fossilen Brennstoffe auf als für Investitionen in die erneuerbare Energie. Das ist auch in Deutschland so. 2013 wurden insgesamt 51 Mrd. € Steuergelder für umweltschädliche Zwecke verwendet. Würden die gegenwärtigen Subventionen (etwa 40 Mrd. €/a) für die fossil-atomare Energiewirtschaft dem Strompreis zugerech­net, dann würde dieser 10 Cent/kWh höher liegen. Die EEG-Umlage beträgt derzeit 6,24 Cent/kWh. Ohne die Subventionen für die fossil-atomare Energieerzeugung wären die Erneuerbaren Energieanlagen auch ohne EEG-Zuschläge wettbewerbsfähig.
    Wir fordern, die Subventionierung der fossilen Brennstoffe auf die erneuer­baren Energien umzuleiten.

  8. Bei der Wärmeerzeugung findet die Energiewende so gut wie nicht statt.
    54 % des deutschen Energieverbrauchs entfallen auf die Bereitstellung von Warm­was­ser, Heizung und Prozesswärme der Industrie. Bei Strom sind es nur 21 %. Der dritt­größte Verursacher von Klimagasemissionen sind die Privathaushalte mit der Heizung der Wohnräume. Zwei Drittel der Gebäude haben keine Wärmedämmung, nur jede fünfte Heizungsanlage entspricht den energetischen Anforderungen. 75 % des Bestandes der 20,5 Mio. Wärmeerzeuger sind technologisch veraltet. Die Umstellung auf effizientere Anlagen stagniert. Die bisherige Förderung bei der energetischen Sanierung der Gebäude ist völlig unzureichend. Selbst wenn die gegenwärtige Sanierung des Gebäudebestandes verdoppelt würde, könnte sie frühestens 2050 beendet werden. Das ist viel zu spät. Die Regierung verbleibt bei der bloßen Ankündigung verstärkter Energieberatung, die aber wegen zu geringer Förderung und hohem bürokratischen Aufwand kaum Wirkung entfaltet. Abschreibungsmöglichkeiten nutzen nur Miethaien und einkommensschwache EFH-Besitzer werden nicht gefördert.
    Wir fordern erhöhte Anstrengungen zur Primärenergieeinsparung im Gebäudebestand.

  9. Es fehlen Suffizienzstrategien.
    Unstrittig ist, dass es viele Reserven gibt, um den Energieverbrauch zu senken. Die EU hat sich das Ziel gesetzt, bis 2020 etwa 20 % des Energieverbrauchs durch Energieeffizienz einzusparen. Doch Suffizienzstrategien fehlen vollständig; sie widersprechen dem Ziel kapitalistischer Produktion nach immer größerem Absatz der Produkte. Die Werbung unterläuft alle Ansätze, auf energie­rele­vante Güter oder Dienstleistungen zu verzichten oder sich einzuschränken. Suffizienz wird nur bei den Armen erzwungen, die so geringe Einkommen haben, dass sie beim Energieverbrauch sparen müssen. Das betrifft etwa 20 Mio. Rentner und Arbeitslose. Es besteht also wenig Aussicht, dass die kapitalistische Wirtschaft Suffizienzstrategien unterstützen wird.
    Wir fordern, die EU-Suffizienzstrategie in Deutschland umzusetzen.

  10. Sonne und Windstrom ergänzen sich und müssen durch Energiespeicher liefersicher gemacht werden.
    Diese Entwicklung wird von der Bundesregierung im Interessen der Energie­konzerne durch die Pflicht zur Direktver­mark­tung und zu Ausschreibungen ausgebremst. Bei der angestrebten Voll­ver­sor­gung mit Erneuerbarer Energie, die vor allem durch Solar- und Windstrom erreicht werden kann, werden an sonnigen und windreichen Tagen Über­schuss­leistungen (bis zu 60 GW) erzeugt, die nicht zeitgleich verbraucht werden kön­nen. Das ist eine Größenordnung, die fast der Spitzenlast entspricht. Die vorüber­gehende bzw. saisonale Speicherung dieser überschüssigen Energie ist bei voll­ständigem Umstieg auf erneuerbare Energie unbedingt erforderlich. Bei großen Speicherkapazitäten sind Pumpspeicherkraftwerke gegenwärtig die effizienteste und kostengünstigste Speicher­lösung (7 Cent/kWh). Andere Speichertechnologien sind gegenwärtig noch zu teuer: Elektrolyse von Wasser 30 Cent/kWh, Methanisierung 70 Cent/kWh, Druck­luft­speicher 20 Cent/kWh. Die Kapazität der Pumpspeicheranlagen liegt zur Zeit bei 6.700 MW. Im Bau bzw. in Planung befinden sich Kapazitäten von 5.000 MW. Benötigt werden aber mindestens 30.000 MW. Diese wirtschaftliche Aufgabe im Rahmen der Energiewende wird von der Regierung weder als Problem gesehen noch einer Lösung zugeführt. Der Grund ist, dass garantiert werden soll, dass die fossilen Kraftwerke weiter wie bisher in Volllast laufen können und nicht abgeschaltet werden müssen.
    Wir fordern die Förderung weitestgehend dezentraler Energieversorgung von Dörfern und Kleinstädten sowie Konzeptionen zur Entwick­lung und zum Ausbau von Speichertechnologien.

Literatur:

  • Sozial, ökologisch, demokratisch. Eckpunkte für eine Reform der Ökostromförderung.
    Die LINKE im Bundestag. 13.2.2014
  • Positionen linker Parteien und Bewegungen zur Energie- und Klimapolitik der EU. Ulrich Schachtschneider,
    Studien der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Oktober 2013.
  • PLAN B. Das rote Projekt für einen sozial-ökologischen Umbau. Die LINKE im Bundestag. 15.6 2012
  • Memorandum zu den „Eckpunkten für eine EEG-Novelle“. Eurosolar, Januar 2014
  • Energiewende als lohnende Zukunftsinvestition begreifen. Positionspapier. Forum ökologisch-soziale Marktwirtschaft. 03/2013.
  • Subventionierung der Größtverbraucher-Strompreise und internationale Konkurrenzfähigkeit;Tarantel Nr. 64; März 2014
  • Energiewende nicht abwürgen, sondern durch Ausbau mit dezentralen Speichern für regenerative Energien beschleunigen! Erklärung des Bundestreffens der Ökologischen Plattform in Bad Sachsa am 21.April 2013; http://oekologische-plattform.de/?p=5445

Auflage statt Wahrheit

Unter der Überschrift

Wenn die Sonne böse wird

versucht das Mitglied der Chefredaktion des Stern, Hans-Ulrich Jörges (Journalist des Jahres 2004 in der Kategorie Politik) in Heft 34/2012 die Leser gegen die Energiewende aufzuhetzen.  Seine „Argumente“ sind eine suggestive Mischung aus Fakten, Ungenauigkeiten und Halbwahrheiten. Er knüpft an die finanzielle Unsicherheit der „meisten Menschen“ an und beklagt: Dass es „wahnsinnig teuer“ werden könnte, „erklärt ihnen ja niemand.“ Auf diese Weise bietet er sich nicht ungeschickt als derjenige an, dem man vertrauen kann, um im nächsten Moment eine Verschwörung anzudeuten:

„Die Rechnung (der Energiewende) ist längst aufgemacht und sie wird immer teurer. Das ließe sich erklären. Doch es gibt eine mächtige Lobby, die das verhindert.“

Bis hier stimmt das, und wenn H.-U. J.  auf Bedrohungen durch Klimawandel, peak oil, Subventionierung großer industrieller Stromverbraucher und Monopolstrukturen in Stromerzeugung und -verteilung eingehen würde, könnte er tatsächlich sinnvolle Erklärungen geben. Stattdessen hat er sich die Sonnenenergie mit dem „schier unverwüstlichen strahlenden Image“ als Problemverursacher auserkoren. Nach Belanglosigkeiten über ihr Symbol, die Sonnenblume, und einem daran anknüpfenden Seitenhieb gegen die Grünen kommt er zu der Behauptung, dass

„die Sonnenenergie zu einem Monster herangewachsen ist, das die Energiewende zu verschlingen droht.“

Das macht so ein schön gruseliges Gefühl und „normale Menschen„, die von diesem Monster „keine Ahnung“ haben, noch aufnahmefähiger für die folgenden Erklärungen:

„Wer weiß schon, dass die Kollektoren, die sie auf den Dächern und Feldern sehen, nicht unbedingt der Stromversorgung ihrer Besitzer dienen?“

Was für eine atemberaubende Erkenntnis! Kollektoren dienen der Wärme- und nicht der Stromgewinnung – weder der Besitzer, noch anderen Menschen. Strom wird mit Solarpanels erzeugt. Aber solche Wissenslücken sind ihm offenbar ebenso egal, wie die Tatsache, dass Stromerzeuger immer den Strom (bis auf einen kleinen Eigenbedarf) verkaufen. Das ist im Kapitalismus eben so: Einer produziert und verkauft und ein Anderer kauft. Schon vor Einführung des EEG haben die Kraftwerksbetreiber Strom verkauft – wie denn sonst? Warum sollten Betreiber von PV-Anlagen das nicht tun? Und was wären der Stern und seine Mitarbeiter, ohne verkauft zu werden? …

Aber da sich der Autor gegen das EEG wendet, ist zunächst daran zu erinnern, warum es überhaupt eingeführt wurde. Die fossilen und atomaren Energieträger sind erschöpflich. Das ist eine einfache Wahrheit, die nicht ignoriert werden kann und darf. Daher soll das EEG lt. § 1 Abs. 1 „im Interesse des Klima- und Umweltschutzes

  •     eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung ermöglichen,
  •     die volkswirtschaftlichen Kosten der Energieversorgung auch durch die Einbeziehung langfristiger externer Effekte verringern (Internalisierung externer Kosten),
  •     fossile Energieressourcen schonen und
  •     die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien fördern.“1)

Weil die Wende zu nicht-fossiler und nicht-atomarer Stromerzeugung eine Notwendigkeit ist, musste das EEG eingeführt und die regenerativen Energien entsprechend gefördert werden. Und solange der Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtaufkommen gering war, hat das die Stromkonzerne auch nicht gestört. Inzwischen wurde jedoch der Atomausstieg beschlossen und im ersten Halbjahr 2012 betrug der EE-Anteil 25% der gesamten Stromerzeugung2). Da wird von den Verfechtern der fossil-atomaren Stromerzeugung schon mal versucht, die Gründe für das EEG vergessen zu machen. Hermann Scheer sagte dazu auf einer Tagung der Rosa-Luxemburg-Stiftung3):

Die Energiedebatte ist im Kern seit geraumer Zeit und sich zuspitzend eine Debatte zwischen atomaren und fossilen Energien einerseits und erneuerbaren Energien andererseits. Viele wollen diese Debatte vernebeln, in dem sie so tun, also sei Energie gleich Energie. Und damit beginnt der große Irrtum, auch die große Vernebelung – und das große „Green Washing“, wie es so schön heute heißt. Zwischen diesen beiden Grundenergien – ich nenne das jetzt konventionelle Energien einerseits und erneuerbare Energien andererseits – liegen Welten. Und es sind nicht nur ökologische Welten, es sind soziologische Welten, es sind politische Welten. Und diejenigen, die dieses nicht wahrnehmen wollen, weil sie in der alten, in der gewohnten Energiewelt haften bleiben, lenken davon systematisch ab durch – sehr vordergründige – Debatten über Energiemärkte, über Energiepreise: Debatten, die von Grund auf verlogen sind, weil sie noch nicht mal im entferntesten die ökonomische Wahrheit sagen, nicht mal im entferntesten!

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„Wer ahnt schon, dass die ihre Energie […] teuer ins Netz einspeisen – zu subventionierten Preisen, die für 20 Jahre garantiert werden? Und das mit Vorrang. Und bezahlt selbst dann, wenn das Netz voll ist und keinen Solarstrom mehr aufnehmen kann.“

Er tut so, als wären die Einspeisevergütungen („subventionierte Preise“) die Ursache steigender Energiepreise. Er könnte ja mal nachschlagen, was der britische Stern-Report 2006 beschrieben hat. Dort wurden die zu erwartenden Schäden allein durch den Klimawandel bis zum Jahr 2100 mit 5 % bis 20 % an der globalen Wirtschaftsleistung abgeschätzt, während das DIW auf volkswirtschaftliche Kosten 200.000Mrd$ bis zum Jahr 2050 kommt. Wenn wir annehmen, dass die realen Schäden nur halb so groß werden, wir den deutschen Anteil am weltweiten BIP zu Grunde legen und weiter annehmen, dass auf Grund der geografischen Lage und sonstiger Bedingungen nur 10% der Schäden in Europa auftreten, dann wären das Schäden in Höhe von 300Mrd€ in ca. 40 Jahren.
Hinzu kommt, dass nach Überschreiten des peak oil =(globales Erdölfördermaximum) alle fossilen Energieträger deutlich teurer werden – mit oder ohne politische Eingriffe. Und schließlich sind in dem EEG Subventionen in Höhe von „weit mehr als 20 Milliarden Euro über zehn Jahre für Teile des produzierenden Gewerbes“ enthalten (Quelle: DUH). Das sind Steuergeschenke für die Industrie, womit sich inzwischen die EU-Kommission beschäftigt – und auf die „normale Menschen“ ja auch hingewiesen werden könnten.

Wenn das Netz „voll ist und keinen Solarstrom mehr aufnehmen kann„, können die Netzbetreiber PV-Großanlagen ab 100 kWp (ebenso, wie Windkraftanlagen) per Einspeisemanagement drosseln oder ganz abschalten.In diesem Fall muss der Netzbetreiber den Anlagenbetreiber entschädigen, wenn der Strom nicht eingespeist werden konnte. Ohne Vereinbarung steht dem Anlagenbetreiber die entgangene Einspeisevergütung zu, abzüglich der ersparten Aufwendungen. Diese Regelung dient dazu, den Netzbetreibern, die ihrer Versorgungsaufgabe nicht nachgekommen sind und den Netzausbau schleifen lassen haben, finanziell „auf die Sprünge zu helfen“, was angesichts der Energiewende ebenfalls nötig ist.

 „Solarenergie ist zu einem gigantischen Geschäft geworden, […] Mieter zahlen zweimal, für Wohnen und Solarsubvention, an die Hauseigentümer.“

Das ist pure Demagogie, denn Miete und Stromkosten wurden immer schon getrennt bezahlt – mit dem einzigen Unterschied, dass die Gewinne der Stromkonzerne nicht ausgewiesen werden mussten, während das bei der Solarumlage der Fall ist.

„Mehr als 110 Milliarden Euro ist die 20-Jahre-Rechnung bislang schwer, bezahlt sind davon erst 15 Milliarden. Seit die rot-grüne Koalition im Jahr 2000 das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verabschiedet hat, ist der Strompreis von rund 14 auf 25 Cent je Kilowattstunde gestiegen…“

H.-U. J.  liefert hier ein klassisches Beispiel, für das, was Hermann Scheer „diese Debatte vernebeln“ nennt. Vergleichen wir nur die Vermeidung von vorsichtig geschätzten Klimafolgeschäden in Höhe von 300 Mrd. € in 40 Jahren mit seiner Angabe für die Einspeisevergütung von 110 Mrd. €  – ein klarer Gewinn für die Energiewende. Bezüglich des Strompreises finden wir folgende zusätzliche Information in Wikipedia: „Abzüglich der allgemeinen Preissteigerung seit 1998 läge der Strompreis 2011 bei 20,7 Cent/kWh, also 21 % über dem Strompreis von 1998. Dies entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Preissteigerung von 1,6 % über der allgemeinen Preissteigerung.“

„Im Hochsommer, mittags, verstopft der Solarstrom dagegen die Leitungen, macht das Netz instabil und zwingt zum Abschalten von Kraftwerken, die für die Grundlast gebraucht werden, sich aber nun nicht mehr recht rentieren.“

Welche Grundlastkraftwerke sind das, die abgeschaltet werden müssen? In erster Linie Braunkohle- und Kernkraftwerke. Bezüglich der AKW ist die Mehrheitsmeinung in Deutschland inzwischen klar und Braunkohlekraftwerke haben den größten CO2-Ausstoß. Der schrittweise Ersatz bzw. die  Abschaltung dieser Kraftwerke ist genau das Ziel der Energiewende – aber nicht ihrer Betreiber. Im ersten Halbjahr 2012 haben die erneuerbaren Energien am Anteil der Stromerzeugung mit der Atomkraft gleich gezogen. Das weckt natürlich Widerstand der Lobby, von der Jörges mit der Hetze gegen „eine mächtige pseudogrüne Lobby“ (Hauseigentümer, Bauern , Hersteller und Handwerker) ablenken will. Für die Energiekonzerne legt er sich richtig ins Zeug. Und zwar so vehement, dass er sich selbst ad absurdum führt, indem er erklärt, dass sich die fossilen und AKW nicht mehr rentieren, dass die erneuerbaren Energien also (bei ausreichendem Angebot) an der Strombörse billiger sind. Die Strombörse hat aber überhaupt nichts mit der EEG-Umlage zu tun, da sprechen nur Angebot und Nachfrage. Nebenbei bemerkt. Die großen Stromverbraucher beziehen ihren Strom an der Strombörse und sind von der Umlage befreit. Sie profitieren also doppelt: durch Befreiung von der Umlage und den niedrigen Preisen an der Börse.

Das Ende des Artikels lautet

„Das Küstenland Schleswig-Holstein wird 2020 dreimal so viel Alternativstrom erzeugen, wie es selbst verbraucht. Für wen? Die Sache ich unhaltbar. Wettbewerb muss her, das EEG fallen. Wer eine Solaranlage installiert, soll den Strom gefälligst selbst verbrauchen. Sonnenwende“

Ob Herr Jörges mit diesem Artikel die Auflage des Stern positiv beeinflusst, ist schwer abzuschätzen. Möglich ist es schon. Schließlich ist der Artikel reißerisch genug. Aber mit unsolider Berichterstattung hat der Stern schon im Jahr 1983 so seine Erfahrungen gemacht. Es könnte also auch nach hinten losgehen…

Vielleicht sollte er künftig das, was er schreibt, nur noch „gefälligst selbst“ lesen?

 

W. Borchardt
21.9.2012

 


1) Quelle: Wikipedia – Erneuerbare-Energien-Gesetz
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2) Nach den Daten der Strombörse Leipzig erreichte der Anteil von Wind und Solar am 14.9.2012 in der Spitze einen Beitrag von 45 Prozent an der gesamten Kraftwerksleistung (rd. 69.400 MW zwischen 13:00 und 14:00 Uhr). Der Bedarf konventioneller Kraftwerke (Atom-, Kohle-, Gaskraftwerke) wurde dabei auf Nachtniveau (ca. 40.000 MW) gedrückt. Beide Energieerzeugungsarten waren an diesem Tag je zur Hälfte an dem neuen Rekord beteiligt. Zwar haben sowohl die Windenergie als auch die Solarenergie jeweils für sich betrachtet schon mit einer höheren Leistung Strom produziert (Windenergie: rd. 24.000 MW am 03.01.2012; Solarenergie: rd. 22.150 MW am 25.05.2012), aber im Zusammenspiel der beiden regenerativen Energiearten wurde die 30.000 MW-Schwelle bis heute noch nicht erreicht. (Quelle: CO2-Handel.de)
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3) Der komplette Vortrag „Power to the people! Neue Energie für linke Alternativen“ findet sich in der Tarantel Nr. 53
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Kommentar

Bei der Frage der Einspeisung statt Eigenbedarf (in dem Artikel wird das als Vorwurf gebracht) sollte man nicht vergessen, dass das von der Energielobby so gewollt wurde. Die Solar-Aktivisten waren 1990 durchaus noch auf dem Pfad der Selbstversorgung.

Statt EEG gab es das Modell der Einspeisung zum Selbstkostenpreis. Damals natürlich höher als heute. Oder ein Ausgleichsmodell, bei dem Bezug und Verbrauch zum gleichen Preis verrechnet werden sollten. Dank der Grünen bekamen wir das EEG mit allen Problemen.

Heute wären die Technik und Software reif für inteligentere Modelle. Aber den Grünen fällt dabei immer nur irgendwas mit Markt ein.

Gemeinwirtschaftliche Lösungen sehen anders aus, aber wer schlägt sie vor?

Roland Schnell, Berlin, DE

Die Zeit läuft

Achtung

Nur noch bis morgen (10.7.2012) können Einwendungen und Kommentare zu dem von den Übertragungsnetzbetreibern erstellten Netzentwicklungsplan vorgebracht werden.

 

Links

Der Angriff auf die Energiewende

Jetzt Mustereinwendungen verschicken! Netzentwicklungsplan gut für die Energiewende?

 

Der Angriff auf die Energiewende

Apropos Netzausbau:

Neue Stromtrassen behindern die dezentrale Energiewende mehr, als dass sie diese fördern.

Deshalb ist es jetzt wichtig, gerade jetzt wachsam zu sein:

Noch bis zum 10. Juli gibt es die Möglichkeit, Einwendungen gegen den Netzentwicklungsplan zu schreiben.

Ein Plädoyer zur Einmischung in eigener Sache;
Gastbeitrag von Anika Limbach, Bonn

Zur Zeit treiben die Energiekonzerne und ihre angeschlossenen Lobbyisten mit Hilfe der Medien und der Politik ein übles Spiel. Sie versuchen, die Energiewende auszuhebeln, ohne dass es die Öffentlichkeit merkt. Sie verbreiten Lügen, während sie hinterrücks Tatsachen schaffen – wie etwa die Kürzung der Solarförderung.

Nachdem sie dafür gesorgt haben, dass die Industrie auf Kosten privater Stromverbraucher weitgehend vom Netzentgelt und der EE-Umlage befreit wurde, behaupten sie nun, es seien die Erneuerbarer Energien, die den Strompreis in die Höhe trieben. (Das Gegenteil ist der Fall: Durch die Photovoltaik ist der Strompreis an der Börse in den letzten Jahren sogar etwas gefallen). Darüber hinaus erwecken sie den Eindruck, als sei das Gelingen der Energiewende von Offshore-Windanlagen und von neuen Stromtrassen abhängig.

Was dahinter steckt, ist in Wirklichkeit der Versuch, die Kontrolle über den Strommarkt zu behalten und auszubauen. Die geplanten großen Stromtrassen von Norden nach Süden quer durch die Republik sind das Rückgrat – nicht der Energiewende, so wie behauptet wird – sondern der zentralistischen Versorgung, die seit jeher die Macht der Energiekonzerne sicherte.

Und dennoch, es ist für die Konzerne und ihre Töchter oder ehemaligen Tochterfirmen, die Übertragungsnetzbetreiber, schwerer geworden, ihre Absichten zu verbergen. Seit Wochen hat die Öffentlichkeit Einblick in den sogenannten Netzentwicklungsplan, der die Grundlage für den Bau der Stromtrassen liefern soll.

Noch bis zum 10. Juli gibt es die Möglichkeit, Einwendungen zu schreiben – per Post oder Email. Diese dürfen nicht einfach ignoriert werden und beeinflussen deshalb die Neufassung des Plans, der dann dem Parlament vorgelegt wird. Es wäre also geradezu fahrlässig, wenn wir als Bürgerinnen und Bürger diese Chance nicht nutzen. Das Bündnis Antiatom Bonn hat dafür einen Musterbrief entwickelt, der sich bequem nutzen läßt.

Netzentwicklungsplan: Daten verzerrt und tendenziös

In der Tat ist der Netzentwicklungsplan (NEP) entlarvend – nicht so sehr der irreführende Text, dafür aber die zugrundeliegenden Daten.
Wenn man sich diese genauer anschaut, stechen folgende Punkte heraus:

  1. Kohlestrom wird völlig überdimensioniert:
    Wie der BUND in seiner Analyse feststellte, gehen die Autoren des NEP für das Jahr 2022 von einer gigantischen Menge Kohlestrom aus. Sie wäre mit keinem ernsthaften Szenario zu rechtfertigen. Bei einer solchen Entwicklung würden nicht einmal die Klimaziele der Bundesregierung eingehalten werden.
    Sechs der im NEP aufgeführten neuen Kohlekraftwerke sollen in der Küstenregion gebaut werden, dort, wo es ohnehin ein großes Windstromangebot gibt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die geplanten Leitungen vor allem den überschüssigen Kohlestrom abtransportieren sollen.
  2.  Photovoltaik grob unterschätzt:
    Es wird im NEP angenommen, dass der Zubau von Solaranlagen drastisch zurückgehen wird auf 2,3 Gigawatt pro Jahr. (Zum Vergleich: Für 2011 registrierte die Bundesnetzagentur einen Zubau von 7,5 Gigawatt) Trotz der Kürzungen wird Solarenergie in Zukunft aber weiter anwachsen. In wenigen Jahren sind die Module so preiswert, dass Anlagenbauer nicht mehr auf Förderung angewiesen sind, sondern Strom für den eigenen Bedarf erzeugen.
  3.  Onshore-Windkraft-Anlagen:
    Inzwischen haben die südlichen Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg die Hürden für Onshore-Anlagen abgebaut, wodurch ein starker Anstieg der Windenergie in den nächsten 10 Jahren dort zu erwarten ist. Im NEP ist dagegen der Onshore-Anteil für 2022 sehr gering angesetzt (3,9 Gigawatt für Bayern und 3,6 Gigawatt für Baden-Württemberg). Das Fraunhofer Institut hat dagegen ein Windenergiepotenzial errechnet, das 90 Prozent des Stromverbrauchs abdecken würde.
  4. Energieeffizienz und Lastmanagement:
    Das Potenzial der Energieeffizienz, vor allem in der Industrie, ist enorm.
    Laut der Deutschen Energieagentur können die meisten Unternehmen mit einfachen Maßnahmen Energieeinsparungen von 5 bos 10 Prozent erreichen. Bei Investitionen sind in der Regel sogar 30 bis 40 Prozent möglich.
    Die Bundesregierung hat die Zielvorgabe, innerhalb von 10 Jahren den Stromverbrauch um 10 Prozent zu senken. Dies entspricht nicht dem eigentlichen Potenzial. Zum anderen hat sie gerade in den letzten Monaten Regelungen eingeführt, die verhindern, dass sich Unternehmen um mehr Energieeffizienz bemühen.
    Auch das Potenzial der Spitzenlastreduktion in der Industrie (Aluminiumherstellung, Kühlhäusern oder chemischer Industrie) liegt größtenteils brach, weil die Regierung es versäumt hat, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.
    Bezeichnenderweise beziehen die Autoren des NEP die Effekte von Energieeinsparung und Lastreduktion nicht in die Szenarien ein, sondern behandeln sie erst anschließend in einer „Sensitivitätsbetrachtung“.
  5. Der Atomausstieg wird vorgeschoben:
    In den Szenarien des NEP führen die vier großen Stromtrassen bis in das Verteilernetz der Atomkraftwerke im Süden, die laut Regierungsbeschluss bis zum Jahr 2022 abgeschaltet werden. Notwendig für den Atomausstieg wäre dies auf keinen Fall. Schon vor gut einem Jahr kamen Experten zu dem Ergebnis, dass sogar ein zügiges Abschalten aller AKW bis zum Jahr 2015 ohne Umbau der Netze problemlos möglich wäre.

Ausblenden, Ignorieren, Zurückhalten

Anfang Juni berichtete die TAZ über eine Studie des Umweltbundesamtes zum Potenzial der dezentralen Versorgung. Diese soll erst im Herbst, nach der Entscheidungsphase im Bundestag veröffentlicht werden. Kein Wunder also, dass die Erneuerbaren Energien im NEP kaum Beachtung finden. Die dazu passenden, dezentralen Strukturen werden gleich völlig ignoriert.

Intelligente Netze („Smart Grid“) sind ein wichtiger Bestandteil solcher Strukturen. Durch diese Technik werden verschiedene, sich gegenseitig ergänzende EE-Anlagen miteinander verknüpft. So können etwa die Schwankungen von Sonnen- und Windstrom durch das Zuschalten vieler kleiner Blockheizkraftwerke ausgeglichen werden. (Beispiel: Schwarm-Projekt der Firma Lichtblick).

Gemäß diesem Prinzip haben sich in Deutschland inzwischen über hundert Regionen und Kommunen dem Ziel einer autarken Versorgung aus 100 Prozent Erneuerbaren Energien angeschlossen.

Speicher bilden einen weiteren Baustein. Für Windparks ist das Verfahren, Strom in Methan umzuwandeln, besonders geeignet, für Solaranlagen bieten sich Batterie-Speicher an. Die Firma Panasonic ist vor Kurzem in die Massenproduktion von Lithiumspeicher eingestiegen. Das riesige Potenzial in diesem Bereich wird in den nächsten Jahren also sicher genutzt werden.

Der Trend, sich von die Abhängigkeit von Übernetzbetreibern und Konzernen zu lösen, wird unweigerlich zunehmen, auch und vor allem auf kommunaler Ebene, zumal der Ausbau lokaler erneuerbarer Energien eine zusätzliche Wertschöpfung für die Gemeinden bedeutet. Die Verbraucher werden bei dieser Entwicklung von sinkenden Strompreisen profitieren.

Fazit: Die dezentrale Energiewende verbunden mit Maßnahmen zur Energieeffizienz ist sinnvoll, naheliegend und letztendlich preissenkend.

Vor allem aber ist sie gegenüber einer zentralisierten Lösung wesentlich schneller umzusetzen. Kleinere Einheiten lassen sich nun mal viel zügiger errichten als Großprojekte. Onshore-Windkraftanlagen können innerhalb von Monaten gebaut werden. Dagegen ist die Windenergie auf hoher See eine noch nicht ausgereifte Technik, die viel mehr Zeit in Anspruch nimmt. Auch der Zeitraum für den Bau riesiger Stromtrassen steht in keinem Verhältnis zu den vielen, weniger aufwändigen Alternativen.

Was noch hinzukommt:

Je mehr Geld in die Planung und den Bau von Stromtrassen gesteckt wird, desto größer wird der Sachzwang, diese Netze auch voll auszulasten. Die Verantwortlichen würden also eher den Strommarkt dieser Fehlplanung anpassen wollen als umgekehrt. Mit anderen Worten: Es würden Tatsachen geschaffen, die in eine falsche Richtung führen.

 

Anika Limbach, Jahrgang 1967, arbeitete mehrere Jahre als Schauspielerin, später auch als Regisseurin, bevor sie Schriftstellerin wurde.
Zur Anti-Atom-Bewegung stieß sie im März 2009 mit den Protesten gegen RWE und das Belene-Projekt.

 


weitere Links

 

Ohne Erneuerbare Energien keine Energiewende

Aufruf zur Beteiligung an der EUROSOLAR-Anzeigenaktion

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

die von der schwarz-gelben Regierungskoalition im Bundestag beschlossenen Kürzungen bei der Photovoltaik bedrohen zehntausende Arbeitsplätze und die Zukunft der gesamten deutschen Solarbranche, die mit Unterstützung der deutschen Bürger seit 1999 entstanden ist. Während die Photovoltaik weltweit kurz vor dem endgültigen Durchbruch steht, droht in Deutschland nun das Aus.

Die Photovoltaik ist das erste Opfer einer Politik, die  versucht, die Energiewende doch noch zu stoppen und somit auch den Vollzug des Atomausstiegs. Zu diesem Zweck will die Bundesregierung das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aushöhlen und seine Protagonisten – Bürger, Energiegenossenschaften, mittelständische Unternehmen und Stadtwerke – wieder aus dem Energiesystem herausdrängen. Nie war ein Scheitern der Energiewende wahrscheinlicher.

Nur der Bundesrat kann in der Abstimmung am 11.05.2012 noch das Schlimmste verhindern und ein deutliches Zeichen setzen. Vor diesem entscheidenden Beschluss plant EUROSOLAR die Schaltung einer ganzseitigen Anzeige in einer überregionalen Tageszeitung unter dem Titel „Ohne Erneuerbare Energien keine Energiewende“

Die EUROSOLAR-Anzeigenkampagnen in Form ganzseitiger Textanzeigen in den einflussreichen Printmedien haben sich in den letzten Jahren als enorm wirkungsvolles öffentliches Kampagnenmittel erwiesen.

Unser Ziel ist es, am 03.05.2012 eine ganzseitige Anzeige in DIE ZEIT schalten zu können. Denn dieses Medium hat sich für die Platzierung unserer Anzeigenaktionen bestens bewährt, um Aufmerksamkeit zu generieren und weitere Multiplikatoren zu erreichen. Hierzu sind wir auf eine möglichst umfassende Unterstützung angewiesen.

Wir möchten noch einmal ganz herzlich allen Unterstützern für Ihre Hilfe bei früheren Anzeigenaktionen danken und rufen Sie erneut auf, die Schaltung dieser so wichtigen Anzeige durch Ihre persönliche und zu veröffentlichende Unterschrift und einen Finanzierungsbeitrag zu unterstützen. Helfen Sie uns auch dabei, diesen Aufruf weiterzuverbreiten!

Auf eine erneute, erfolgreiche Zusammenarbeit!

Mit freundlichen Grüßen

Irm Scheer-Pontenagel (Geschäftsführerin EUROSOLAR e.V.) Oliver Krischer (Vorstandsmitglied Eurosolar Sektion Deutschland)

EUROSOLAR e.V.
Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien Kaiser-Friedrich-Straße 11
D-53113 Bonn
Tel. 0228 / 362373 und 362375
Fax 0228 / 361279 und 361213
kampagne@eurosolar.de
http://www.eurosolar.org

Fachgespräch

Einladung zum Fachgespräch

„Photovoltaik an Lärmschutzwänden Potentiale und Herausforderungen“

Donnerstag, 29. März 2012, 14
17 UhrDeutscher Bundestag, Paul-Löbe-Haus, Raum E.200

Lärmschutzwände an Straßen- und Schienenstrecken bieten bundesweit ein gewaltiges Flächenpotential für die Installation von Solarmodulen. Die Nutzung dieser Flächen würde durch die Erzeugung umweltfreundlichen Stroms einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, die Ausbreitung von Solarfeldern auf Freiflächen dämpfen und durch die entstehenden Einnahmen weitere Lärmschutzmaßnahmen finanzieren.
An Lärmschutzwänden besteht für Solarmodule die zusätzliche Herausforderung, dass der Zweck Lärmschutz“ nicht durch die Reflektion von Schall beeinträchtigt werden darf. 

In diesem Fachgespräch sollen, unter der Prämisse des Lärmschutzes, die Anforderungen an Solarmodule und deren Installation sowie betriebswirtschaftliche Erfordernisse analysiert werden, um Handlungsalternativen für mehr Solarstrom und mehr Lärmschutz zu erkennen.

Die eingeladenen Referenten bedienen die Themenfelder Modulentwicklung (Sebastian Nieding, Schottsolar), praktischer Verkehrslärmschutz (Frank Treiber, Ingenieurbüro Treiber-Lärmschutz), Akustik (Dr. André Jakob; Ingenieurbüro advacoustics) und Lärmminderungsmaßnahmen der Deutschen Bahn (Erhard Michel, DB AG).

Programm

I. Begrüßung / Einführung
                 Ralph Lenkert (MdB)

II. Vorträge zu folgenden Themen:

§ „Kann das Potenzial der Kombination von Lärmschutz und Photovoltaik genutzt werden?“
                 Sebastian Nieding

§ Photovoltaische Lärmschutzwände“
                 Frank Treiber

§ Akustische Anforderungen an Lärmschutzwände mit Photovoltaik-Anlagen“
                 Dr. André Jakob

§ Lärmminderungsmaßnahmen der Deutschen Bahn“
                Erhard Michel

III. Offene Diskussion

Moderation: Ralph Lenkert (MdB)

Anmeldung

Aufgrund der Sicherheitsbestimmungen des Deutschen Bundestags ist eine vorherige Anmeldung notwendig. Bitte gebt diese bis 21.03.2012 mit vollständigem Namen und Geburtsdatum an magdalene.gollnow { at } linksfraktion.de.

Bei Teilnahme ist der Personalausweis oder Reisepass am Einlass (Westseite Paul-Löbe-Haus) vorzuzeigen.

Wir freuen uns auf Eure Teilnahme.

Magdalene Gollnow
Referentin für Umweltpolitik