Es grünt so grün in den Wahlprogrammen?

Das Beispiel der E-Mobilität

Mit der derzeitigen Förderung des ökologisch in jeder Hinsicht unsinnigen E-Autos werden derzeit die Weichen falsch gestellt. Durch den teuren und ressourcenverschlingenden Aufbau der entsprechenden Infrastruktur wird eine verhängnisvolle Pfadabhängigkeit geschaffen. Unser ökosozialistischer Genosse Prof. DDr. Helge Peukert (Uni Siegen) hat dazu eine grundsätzliche Analyse geliefert1.

Rechtzeitig vor der IAA in München und bei den entsprechenden Gegenveranstaltungen bieten wir auch Webinare und einen Workshop zu diesem zentralen Thema an.2 Wir hoffen, damit zu einer lebendigen Debatte und zum nötigen politischen Druck beitragen zu können.

Bruno Kern
Initiative Ökosozialismus
http://www.oekosozialismus.net


  1. Download: Es grünt so grün in den Wahlprogrammen? Das Beispiel der E-Mobilität 

  2. Termine werden auf dieser Webseite veröffentlicht. 

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3 Gedanken zu „Es grünt so grün in den Wahlprogrammen?“

  1. Für den Übergang zu kostenlosem ÖPNV u.a. mit Elektro-Bussen (?) wird es ohne Elektro-Autos mit umweltfreundlichen Batterien wohl nicht gehen. Was wäre denn eine Alternative?
    Viel wichtiger als die private Mobilität ist die Frage der Ernährung/Landwirtschaft! Hier brauchen wir möglichst sofort: 100% Bio-Landwirtschaft, Abkehr von Massentierhaltung und Fleischwahn und überall in allen Kantinen und Gastronomien auch vegetarische und besser noch vegane Gerichte!!
    Das können wir ohne viel Aufwand von unten organisieren!
    Siehe dazu das Buch der Stunde:
    fred Vargas, Klimawandel – ein Appell. Wir müssen jetzt handeln, um unser Klimma zu retten, Limes Verlag, München 2021 – https://www.penguinrandomhouse.de/Buch/Klimawandel-ein-Appell/Fred-Vargas/Limes/e572758.rhd
    Also handelt umgehend: Abkehr vom Wachstums-, Konsum- und Fleischwahn. Umstellung auf bio-vegane Ernährung; nur noch BIO-Lebensmittel, auch in allen Kantinen und Gastronomien.

  2. Die Kritik von Prof. Peukert am unsinnigen individuellen anstatt gemeinsamen Autobesitz (Nachbarschafts-Carsharing) ist völlig korrekt, die an der E-Mobilität aber nicht:

    1) E-Autos sind in erster Linie dezentrale Energiespeicher für erneuerbare Energie, auch wenn die klima- und endverbraucherfeindliche Regulierungspolitik diese Funktion z.Z. noch verhindert.

    2) Mit dieser Funktion müssten bereits vorhandene Windräder und Solaranlagen nicht bei negativen Strompreisen vom Netz genommen werden und erneuerbaren Strom gäbe es zu sehr günstigen Preisen genug, wenn a) die Eigenerzeugung durch Endverbrauchergemeinschaften nicht regulatorisch begrenzt bzw. verhindert würde und b) die Ein- und Ausspeicherung in Millionen E-Autos erlaubt würde.

    3) Die Beispiel-Hochrechnung mit dem Audi hinkt, nur die wenigsten könnten sich ein so teures Luxusauto leisten, daher führen die darauf aufbauenden Hochrechnungen zu übertrieben negativen Schlussfolgerungen zur E-Mobilität.

    4) Moderne E-Mobile aus China (z.B. mit BLADE-Akkus von BYD auf Basis LiFePO4) dürften Laufleistungen von 1 Mio. km erreichen; bei dem Aiways U5 ist die erste Garantiedurchsicht erst nach 100.000 km fällig – diese riesigen Unterschiede zu Verbrennern und den Anfängen der E-Mobilität wurden beim Ressourcenverbrauch und der Verschrottung/Abfallverwertung nicht berücksichtigt.

    Die wichtigste politische Steuerungsmaßnahme für eine ernstgemeinte Verkehrswende ist aber die Abschaffung der Pendlerpauschale. Diese fördert steuerlich privilegiert die Gutverdiener dafür, ihren Wohnsitz weit entfernt vom Arbeitsort zu wählen – anstatt vernünftigerweise das Gegenteil zu fördern, die Nähe von Arbeit und Wohnen.

    Die Mobilität auf dem dünnbesiedelten Land kann viel effizienter mit Pools gemeinsam benutzter E-Mobile gesichert werden, anstatt am Bedarf vorbei Busse fast leer starr nach Fahrplan verkehren zu lassen. Die Nutzung privater PKW ist dann überflüssig und steuerlich deutlich zu verteuern, denn diese werden z.Z. nur zu 3 % der Zeit genutzt. Durch Verdopplung der Nutzungszeit auf 6 % durch gemeinschaftliche PKW-Nutzung (Vorreservierung per Buchungsapp) könnte der Autobestand in Deutschland halbiert werden, ohne die individuelle Mobilität nennenswert einzuschränken, im Gegenteil, für viele ärmere Menschen, heute ohne Auto, würde sie sehr verbessert, sie könnten dann wieder am gesellschaftlichen Leben in heute für sie unerreichbaren Orten teilhaben.

  3. Eben von der DHU erhalten. Es fällt schwer dies noch zu kommentieren.
    „Dass die amtierende Bundesregierung nicht bereit ist, endlich den Klimaschutz ernst zu nehmen, zeigen aktuelle Entscheidungen der Bundesregierung gegen den Klimaschutz. Konkrete Beispiele: Die Effizienz-Ampel bei Pkw-Neufahrzeugen soll gestrichen werden und ausgerechnet für bis zu 6m lange Lifestyle Pick Up wurde die Kfz-Steuer gesenkt. Im Gegensatz zu anderen EU-Staaten soll es zudem weder ein Enddatum für Verbrenner noch die Einführung eines Tempolimits geben. Seit dieser Woche fördert die Bundesregierung schließlich den Güterverkehr auf der Straße mit bis zu 15.000 € Kaufprämie für Diesel-Lkws.“

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