Ein anderes Europa ist möglich!

Vom 5. – 7. Oktober findet in der Universität Kassel (klick zur Karte) der Europa-Kongeress von Attac statt (https://www.ein-anderes-europa.de/start/).

Unten findet ihr den Einladungsflyer mit dem Programm. Die Anmeldung unter https://www.ein-anderes-europa.de/anmeldung/ sollte recht bald erfolgen. Das ist für uns ein wichtiger Termin. Wir haben es zwar nicht mehr geschafft, mit einem Workshop o. ä. ins Programm mit aufgenommen zu werden, aber wir sollten dort möglichst Präsenz zeigen, geht es doch nicht zuletzt um die ökologischen Fragen im Zusammenhang von Europa.

Hans-Jürgen Kleine aus Köln wird in jedem Fall da sein. Am besten ihr setzt euch direkt mit ihm in Verbindung, wenn ihr auch teilnehmt: kleinehajue@netcologne.de

Initiative Ökosozialismus
http://oekosozialismus.net

Flyer zum Download:
ein_anderes_europa_ist_moeglich (klick)

Netzwerk Ökosozialismus

Liebe Freundinnen und Freunde,

unsere Initiative Ökosozialismus ist seit Kurzem Teil eines breiteren Netzwerks. Zusammen mit anderen, die sich wie wir als Ökosozialistinnen verstehen – wenn auch mit einigen anderen Akzentsetzungen -, hoffen wir damit eine stärkere politische Wirksamkeit entfalten zu können. Die alte Website unserer Initiative Ökosozialismus ist nun die Website dieses größeren Netzwerks. Wir sind darin als Mitgliedsorganisation aufgeführt, und unter dieser Unterrubrik sind wie bisher unsere Veröffentlichungen und Saral Sarkars Blog zugänglich. Unser Internetauftritt ist damit auch wesentlich professioneller als bisher und nützlicher für uns alle. Wir laden euch ein, reichlich davon Gebrauch zu machen, euch auf dem Laufenden zu halten und unser gemeinsames Anliegen zu stärken.

www.oekosozialismus.net

Solidarische Grüße
Bruno Kern

Treffen der Bildungsgemeinschaft SALZ

in Kooperation mit dem ökosozialistischen Netzwerk in Frankfurt/M.

Wann:

30. April 2017, 11:00 – 17:00 Uhr

Wo:

Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, Frankfurt/M.
Der Treffpunkt liegt mitten in der Frankfurter Fußgängerzone nur 300 m von der Alten Oper (U-Bahn-Station) entfernt. Man kann auch mit der S-Bahn kommen (hier gilt noch das Bahn-Ticket) und an der Haltestelle Hauptwache aussteigen (2 Stationen vom Hauptbahnhof entfernt). Dann in der Fußgängerzone (Zeil) Richtung Alte Oper ca. 800 m gehen. Dabei eine Autostraße mit Ampel überqueren. Danach in der Fußgängerzone rechts in die Kleine Hochstraße abbiegen. Nach 20 m auf der linken Seite ist der Club Voltaire. Bitte klingeln. Wir treffen uns in der 2. Etage.

Tagesordnungsvorschlag:

  1. Begrüßung der Anwesenden
  2. Klimakrise und die ökosozialistische Erklärung; Einleitungsvortrag von Klaus Meier (Frankfurt):
    Klimawandel im Nahen Osten und Nordafrika: Zukünftige Unbewohnbarkeit und Massenflucht. Folgen für unsere Politik.
  3. Anknüpfung an die Diskussion des Wiesbadener Treffens: Wie kann der Individualverkehr abgeschafft werden? Wie kann die Programmatik dazu aussehen
  4. Diskussion und Verabschiedung einer überarbeiteten Erklärung Für eine ökosozialistische Wende von unten! (in Folge des Wiesbadener Treffens sowie des Redaktionstreffens in Hamm).
    Vorlage: Manuel Kellner, siehe Anlage: 4a., Erklärungstext / Work in progress vor Einarbeitung der Vorschläge von Bruno Kern, siehe Anlage 4b., sowie von Thies Gleiss, siehe Anlage 4c.:
    Hinweis: Manuel Kellner nimmt am 30.04. am Treffen teil. Spätestens dann wird der überarbeitete Text vorliegen und an dieser Stelle auf der Webseite http://www.bildungsgemeinschaft-salz.de/ verlinkt!
  5. Der Aufruf zu den Klimacamps und seine praktische Verbreitung.
    Bitte den Aufruf namentlich unterstützen und Infos bis zum 22. April an: meierklaus13@yahoo.de
  6. Die nächsten Treffen von SALZ bzw. Ökosozialistischem Netzwerk: Wo? Wann? Welche Inhalte? Welche Ziele?
  7. Verschiedenes

Mit freundlichen Grüßen

Peter Schüren
Bildungsgemeinschaft SALZ e.V.
# Soziales, Arbeit, Leben & Zukunft
www.bildungsgemeinschaft-salz.de
Mobil 0157 8835 1323
salz.bildungsgemeinschaft@posteo.de

Weltrevolution oder Wahlkampfstrategie?

Bemerkungen zum Positionspapier der „Initiative Ökosozialismus“ : „Worauf es jetzt ankommt“ (kurzfristig umzusetzende Minimalforderungen)

Das genannte Positionspapier hat die Ökologische Plattform auf ihre Homepage gestellt, denn im Wahljahr 2017 sind alle Hinweise und Forderungen zur Ökopolitik wertvoll. Eine Vielzahl bekannter und teilweise auch von Parteien vertretenen ökologisch begründeten Zielen sind in diesem Papier zu finden. Die Realisierungschancen der genannten Forderungen sind unterschiedlich gelagert. Es sind zum Teil Maßnahmen, die erst nach Beseitigung der kapitalistischen Wirtschaftsweise realisiert werden können, zum Teil sind es Vorschläge für linke Programme, die über mehrere Jahre Gültigkeit haben sollen, zum Teil sind es Losungen für den Bundestagswahlkampf 2017, die in der kommenden Legislaturperiode realisiert werden könnten, zum Teil sind es Forderungen der Bundestagsfraktion der Partei Die LINKE, die bereits in die parlamentarischen Arbeit eingebracht wurden. Alles sind dringliche Forderungen, die „kurzfristig“ umgesetzt werden müssten.

Die begründete Sorge um die Erhaltung der Lebensgrundlagen der Menschheit führt zum Schluss, die Industriegesellschaft und den Kapitalismus in Frage zu stellen und auch zu dem Schluss, „dass eine ökologisch nachhaltige solidarische Gesellschaft nur jenseits des Kapitalismus möglich ist“. Da aber der Kapitalismus gegenwärtig noch fest im Sattel sitzt und nicht abzusehen ist, welche Kräfte das ändern könnten, sind vor allem Forderungen interessant, deren Realisierung im Kapitalismus möglich ist. Die Fraktion Die LINKE im Bundestag hat dazu den „Plan B“ erarbeitet, der von einem weiteren jahrzehntelangen Weiterbestehen des Kapitalismus ausgeht. Viele dieser Vorschläge der „Initiative Ökosozialismus“ sind dort enthalten.

Doch einige wenige Vorschläge sind nicht gut durchdacht, stellen keine „Minimalforderungen“ sondern Maximalforderungen dar und können „kurzfristig“ nicht umgesetzt werden.

Bemerkungen zu einzelnen Vorschlägen: „Die Rüstungsproduktion ist in Deutschland unverzüglich zu beenden“ und der Rüstungsexport ist zu verbieten. Das würde voraussetzen, dass Deutschland aus der NATO austritt. Es gibt aber völkerrechtlich verbindliche Verträge, die die Rüstungsproduktion erfordern. Ein Austritt Deutschlands aus der NATO ist bei den gegenwärtigen Machtverhältnissen eine Maximalforderung für die Zukunft. Im Bundestagswahlkampf sind damit kaum Stimmen zu gewinnen. Die friedenspolitische Politik der LINKEN setzt deshalb auf die Forderung, keine Waffen in Kriegsgebiete oder Bürgerkriegsgebiete zu liefern und keine in Staaten, wo die Menschenrechte verletzt werden. Die Bundeswehr soll im Inland bleiben und ihren Verfassungsauftrag der Verteidigung erfüllen. Das ist eine Minimalforderung, die auch durchsetzbar ist.

Auf dem Gebiet der Verkehrspolitik werden zahlreiche auch von der LINKEN bereits benannte und langjährig verfolgte Ziele genannt. Aber mit einer Forderung, „Ab 2030 dürfen keine PKWs mehr für den reinen privaten Gebrauch zugelassen werden“, kann ich mich nicht einverstanden erklären. Nur etwa 30 % der Neuzulassungen betreffen private Käufer. Die Mehrzahl der Zulassungen sind Firmen- und Dienstwagen. Diese Dienstwagen werden zu 80 % auch privat genutzt. Dieses Dienstwagenprivileg will auch die „Initiative Ökosozialismus“ abschaffen. Wenn man also schon den „rein privaten Gebrauch“ von Autos einschränken will, dann müssen auch Privatfahrten mit Dienstwagen verboten werden. Auch Elektroautos sollen nach Meinung der „Initiative Ökosozialismus“ nicht mehr zugelassen werden, weil sie genau so viel oder mehr Energie und Rohstoffe beanspruchen. Das ist zwar richtig, aber wie sollen sich dann die Menschen zu ihren Arbeitsplätzen, zum Einkauf, zur Kita, zum Arzt usw., bewegen, wenn sie kein Auto mehr benutzen dürfen? Die Infrastruktur ist in den vergangenen Jahrzehnten „autogerecht“ gestaltet worden. Alles nur mit dem Fahrrad und dem unzulänglichem ÖPNV? Darauf muss ein solches Positionspapier Antwort geben, sonst wird das als Utopie empfunden. Da ist die Forderung der GRÜNEN auf ihren Treffen in Münster schon einleuchtender, die ab 2030 keine Verbrennungsmotoren mehr zulassen wollen aber sehr wohl Elektroautos. Das hätte den Vorteil, dass bei Elektroautos, die mit erneuerbarem Strom fahren, der Treibhausgasausstoß verringert wird und ein Übergang zu Elektroautos mit der Autoindustrie, wenn auch zögerlich begonnen, aber doch machbar ist.

Auf dem Gebiet der Landwirtschaft werden Forderungen erhoben, die so ohne weiteres nicht realisiert werden können. Die Regeln der „Guten fachlichen Praxis“ liegen sowohl für die industrielle als auch für die biologische Landwirtschaft bereits vor. Sie werden bloß nicht immer und überall eingehalten. Eine Flächenbindung für die Tierhaltung und ein Futtermittelimvon Götz Brandt (Mitglied im Sprecherrat der ÖPL).portverbot hatten wir erzwungenermaßen in der DDR und da gab es eine weitgehende Ernährungsautarkie. Aber bei den heutigen Ernährungsgewohnheiten würde es zu Versorgungsengpässen kommen, denn bei Flächenbindung der Tierhaltung fehlt tierisches Eiweiß in der Schweine- und Geflügelfütterung. Diese Forderungen müssen mit Fachleuten beraten und präzisiert werden. Ansonsten gibt es zur Landwirtschaft viele Forderungen, die auch die LINKE bereits aufgestellt und vertreten hat.

Insgesamt ist einzuschätzen, dass es zu diesem Papier noch Diskussionsbedarf gibt. Als Denkanstoß sind diese Vorschläge nützlich. Die Mitglieder der Ökologischen Plattform sollten allerdings ihre Kräfte auf die Diskussion des Wahlprogramms 2017 der LINKEN konzentrieren und dort die Forderungen der Ökologischen Plattform durchsetzen.

Götz Brandt (Mitglied im Sprecherrat der ÖPL)

Worauf es jetzt ankommt

Die Initiative Ökosozialismus erhebt kurzfristig umzusetzende Minimalforderungen

Das alles entscheidende Zukunftsthema, die Erhaltung der Lebensgrundlagen für die Menschheit, tritt in der tagespolitischen Auseinandersetzung derzeit fast völlig in den Hintergrund. Die Bundestagswahl 2017 wird von völlig anderen Themen bestimmt. Deren Zusammenhang mit der fortschreitenden ökologischen Zerstörung wird hierbei zum Großteil ausgeblendet. Wer etwa die Flucht von Menschen aus Krieg, Armut und untragbaren Lebensbedingungen angemessen thematisieren will, wer es ernst meint mit der Bekämpfung von Fluchtursachen, der kann nicht schweigen über die von uns unmittelbar zu verantwortende Verschlechterung der Lebensbedingungen, etwa über die zu erwartende Dürre in den Ländern des Mittleren Ostens und Nordafrikas (sog. MENA-Länder), die eine Fluchtbewegung auslösen wird, der gegenüber alles Bisherige ein schaler Vorgeschmack war.

Die Initiative Ökosozialismus ist davon überzeugt, dass eine ökologisch nachhaltige, solidarische Gesellschaft nur jenseits des Kapitalismus möglich ist. Wir vertreten darüber hinaus die Auffassung, dass die Ausschöpfung technischer Potenziale allein bei Weitem nicht ausreichen wird, um den Energie- und Ressourcenverschleiß bei uns so weit zu reduzieren, wie es nötig wäre, um die schlimmsten ökologischen Katastrophen zu verhindern. Wir stehen vor der Herausforderung entschlossener industrieller Abrüstung. Nicht nur der Kapitalismus, auch die Industriegesellschaft steht zur Disposition. Aber unabhängig davon, wie man die technischen Potenziale grundsätzlich und langfristig einschätzen mag, stehen wir jetzt vor der Notwendigkeit, kurz- und mittelfristig erhebliche Reduktionen zu erreichen. Ansonsten laufen wir Gefahr, von einer Eigendynamik eingeholt zu werden, die wir nicht mehr kontrollieren können. Anstatt Luftschlösser zu bauen, kommt es nun darauf an, auf Suffizienz zu setzen und spürbare Reduktionen mit den vorhandenen politischen Instrumenten so schnell wie möglich umzusetzen. Wir machen hierzu – ohne Anspruch auf Vollständigkeit und eher exemplarisch – einige Vorschläge. Dabei verzichten wir auch darauf, eigens auf Forderungen einzugehen, die man innerhalb des linksliberalen Mainstreams ohnehin als Konsens voraussetzen kann (wie etwa den zügigen Ausbau erneuerbarer Energien, die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene, Nutzung von Effizienzpotenzialen, Gebäudedämmung etc.). Unabhängig davon, wie man den Stellenwert von Wahlen für die nötigen Veränderungsprozesse einschätzen mag, schlagen wir vor, das Wahljahr 2017 zu nutzen, um jetzt mögliche konkrete Maßnahmen möglichst breit zu diskutieren: nicht nur innerhalb der politischen Parteien (natürlich bieten deren Programmdebatten günstige Gelegenheiten dafür), sondern auch in Verbänden, NGOs , Kirchen, Gewerkschaften und politischen Zusammenhängen jeglicher Art. Wir wollen die Chance nutzen, selbst die Themen zu setzen und unabhängig von wahlstrategischen Überlegungen das wirklich Notwendige ansprechen. Die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen duldet von der Natur der Sache her keinen Kompromiss und keine untergeordnete Priorität. Im Einzelnen schlagen wir vor:

Die Rüstungsproduktion ist in Deutschland unverzüglich zu beenden. Es liegt in der Hand der Regierung, ein ausnahmsloses Verbot von Rüstungsexporten zu verhängen und die Beschaffung für die Bundeswehr zu beenden. Unabhängig von den friedenspolitischen Erfordernissen im engeren Sinne (angesichts des heutigen Standes der Destruktivtechnik auch unterhalb der Schwelle von Massenvernichtunswaffen darf Krieg keine Option mehr sein, auch nicht als „ultima ratio“; angesichts der Gefahr der Zunahme bewaffneter Konflikte ist präventive Abrüstung ein Gebot der Stunde) ist es angesichts der dringenden Notwendigkeit, innerhalb kurzer Zeit Energie- und Ressourcenverbrauch drastisch zu reduzieren, naheliegend, mit der Beseitigung der Tötungsmaschinerie zu beginnen.
Es ist an Absurdität kaum zu übertreffen, dass wir uns mit der Rüstungsproduktion eine erhebliche Ressourcenverschwendung leisten, um uns auf Kriege um knapper werdende Ressourcen vorzubereiten.

Ohne eine radikale Verkehrswende wird Nachhaltigkeit nicht zu erreichen sein. Besonders problematisch, weil besonders klimawirksam, ist hierbei der Flugverkehr, der drastisch reduziert werden muss. Erste Schritte hierbei, die unmittelbar umgesetzt werden können, sind: ein vollständiges Verbot von Kurzstreckenflügen (unter 1000 km); die Beendigung der indirekten Subvention des Flugverkehrs durch Steuerprivilegien, das heißt: Besteuerung des Kerosins und Aufhebung der Befreiung von Flugtickets von der Mehrwertsteuer. Die Infrastruktur für den Flugverkehr darf nicht weiter ausgebaut werden. Die politischen Möglichkeiten ihres Rückbaus (Schließung von Flughäfen) müssen ausgeschöpft werden. Sportflughäfen sind selbstverständlich zu schließen.

Die Absurdität des motorisierten Individualverkehrs ist zu beenden. Ab 2030 dürfen keine PKWs mehr für den rein privaten Gebrauch zugelassen werden. Die vom Bundesrat und der Bundesumweltministerin angeregte Beendigung der Zulassung für Diesel- und Benzinfahrzeuge ist auch auf E-Autos auszuweiten. E-Autos sind ökologisch völlig unsinnig, sparen keine Ressourcen, sondern im Gegenteil: Sie prolongieren und verschärfen die Ressourcenverschwendung. Aufgrund der Leichtbauweise, die die schwere Batterie zu kompensieren hat, verschlingt ein E-Auto bereits in der Herstellung im Schnitt 40 % mehr Energie als vergleichbare Diesel- oder Benzinfahrzeuge. Lithium ist ein knapper Rohstoff und wird selbst bei auf dem heutigen Niveau stagnierendem Verbrauch bis etwa 2050 nutzbar sein. Den zusätzlichen erheblichen Strombedarf durch E-Autos können wir auf keinen Fall mittels erneuerbarer Energien decken. Selbstverständlich ist die Subventionierung dieses Unsinns in Form der Kaufprämie sofort zu beenden.

Darüber hinaus sind bis zum Jahr 2030 der Autoverkehr und der Treibstoffverbrauch durch weitere Maßnahmen einzudämmen, etwa durch eine Bindung der Zulassung an einen Maximalverbrauch (nicht mehr der „Flottenverbrauch“ soll entscheidend sein, sondern der Verbrauch des einzelnen Fahrzeugs), durch eine spürbare Anhebung der Mineralölsteuer, durch Abschaffung der Pendlerpauschale und des Dienstwagenprivilegs, durch Aufhebung der steuerlichen Begünstigung für Dienstwagen und für landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, etc. Auch für die „Straße“ gilt: kein weiterer Ausbau, sondern wo möglich Rückbau der entsprechenden Infrastruktur. Steuermittel für die Straße dürfen nur noch für Ausbesserungen, nicht für den Ausbau, verwendet werden. Im Verkehrsbereich haben auch die Kommunen erhebliche Handlungsmöglichkeiten, die hier wenigstens summarisch benannt werden sollen: Schaffung eines umlagefinanzierten fahrscheinlosen ÖPNV; konsequente Parkraumbewirtschaftung; Durchsetzung des Dieselfahrverbots bei Überschreitung des EU-Grenzwerts für Feinstaub; autofreie Innenstädte, verkehrsberuhigte Zonen, durchgehend Tempo 30 im Stadtgebiet; Erhebung einer Nahverkehrsabgabe, einer City-Maut … Auch energiepolitisch ist Suffizienz das entscheidende Stichwort. Der Ausbau der erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung hat nicht dazu geführt, dass die CO2 -Emission reduziert wurde. Sie stagniert auf viel zu hohem Niveau, bzw. es ist sogar ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Von einer „Energiewende“ kann also bisher überhaupt nicht die Rede sein. Klimawirksam wäre der Ausbau der erneuerbaren Energiequellen nur dann, wenn in mindestens selbem Maße fossile Energieträger abgebaut werden. Die wichtigste Maßnahme in diesem Bereich ist ein Kohleausstiegsgesetz analog zum Atomausstiegsgesetz, das die Kohleverstromung bis 2030 vollständig beendet. Auch als „Reservekraftwerke“ bei Überlastung der Netze sind Kohlekraftwerke nicht nötig. Für diese Fälle ist auf die sogenannte Negawattlösung zurückzugreifen. Das heißt, es sind mit Großverbrauchern (Kühlhäusern, Aluminiumfabriken etc.) Vereinbarungen zur kurzfristigen Abschaltung bei Netzüberlastung zu treffen. Wir sind uns dessen bewusst, dass auf der Grundlage von erneuerbaren Quellen das derzeitige Verbrauchsniveau in keinem Fall aufrechterhalten werden kann. Deshalb ist auch hier eine absolute Reduktion des Verbrauchs unumgänglich. Die günstigeren Stromtarife für Großverbraucher und die Befreiung von energieintensiven Betrieben von der EEG-Umlage sind unverzüglich einzustellen. Was den Verbrauch von Privathaushalten betrifft, setzen wir uns für einen geteilten Tarif ein: Das heißt: Ein zu ermittelnder Grundbedarf kann günstig, für arme Haushalte kostenlos, zur Verfügung gestellt werden. Im Gegenzug steigt der Tarif des Mehrbedarfs progressiv an.

Entscheidend ist aber, dass der Verbrauch absolut heruntergefahren wird. Das heißt: Die ordnungspolitischen Möglichkeiten sind auszuschöpfen, um energieintensive überflüssige Produkte zu verbieten und energieintensive Verfahren einzudämmen. In diesem Sinne können zum Beispiel Weißblechdosen als Getränkeverpackung oder Plastiktüten schlicht verboten werden. Energie- und ressourcenverschleudernde Luxuskonsumgüter sind mit einem erheblich höheren Mehrwertsteuersatz („Luxussteuer“) zu belegen. Kriterien für die Zulassung von Elektrogeräten müssen der technisch höchste Standard bezüglich des Verbrauchs im laufenden Betrieb (Vorbild Japan), die (zu gewährleistende) Langlebigkeit des Geräts und die Fähigkeit, in einen vollständigen Produktkreislauf im Sinne des „cradle-to-cradle integrierbar zu sein, sein. Die sogenannte „geplante Obsoleszenz“ kann nach dem Vorbild Frankreichs per Gesetz eingedämmt werden.

Unabhängig von diesen kurzfristigen Maßnahmen treten wir dafür ein, dass die Energieversorgung insgesamt – wie auch andere Bereiche der Daseinsvorsorge – dem privaten Profitinteresse vollständig entzogen und in öffentliche Hände überführt werden muss.

Was die Landwirtschaft betrifft, lautet das Ziel: bäuerliche Landwirtschaft anstelle von Agrarindustrie. Schlüssel für eine sinnvolle Ernährung (Reduktion des Fleischkonsums …) und eine nachhaltige Versorgung mit Lebensmitteln ist eine Veränderung der Produktionsbedingungen, das heißt eine entsprechende Neudefinition der sogenannten „guten fachlichen Praxis“. Die Massentierhaltung ist zu beenden. Neben entsprechenden Auflagen für die Tierhaltung, die sich an Aspekten des Tierwohls und der artgerechten Haltung zu orientieren haben (Stallgrößen, Auslaufflächen etc.), ist die Flächenbindung für die Tierhaltung ein entscheidendes Instrument. Unabdingbar ist ein vollständiges Futtermittelimportverbot. Es geht nicht an, dass wir für unsere landwirtschaftliche Produktion Flächen in Übersee in Anspruch nehmen, was oftmals mit verheerenden sozialen und ökologischen Folgen in den Exportländern verbunden ist. Die Subvention landwirtschaftlicher Exporte hat zu unterbleiben. Sie haben in den Ländern des Trikonts meist die Zerstörung der einheimischen Landwirtschaft zur Folge. Der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung ist auf Ausnahmefälle zu beschränken. Die Düngemittelverordnung ist so auszugestalten, dass sie die Überdüngung eindämmt und mittelfristig Kunstdünger untersagt. Das energieintensive Haber-Bosch-Verfahren und die weltweite Knappheit von Phosphorvorkommen machen dies unvermeidlich. Desgleichen ist der Einsatz von Herbiziden und Pestiziden möglichst zu reduzieren. Eine Wiederzulassung von Glyphosat darf nicht mehr erfolgen. Der Anbau von Energiepflanzen ist zu unterbinden (ebenso natürlich der Import von aus Energiepflanzen gewonnenen Treibstoffzusätzen). Er steht in unmittelbarer Konkurrenz zu einer notwendigerweise flächenextensiveren Landwirtschaft. Biogasanlagen haben auf sekundäre Rohstoffe (landwirtschaftlicher Abfall …) zurückzugreifen. Der Biogasboom sorgt jetzt schon für hohe Pachtpreise, die unter anderem der ökologische Landbau stark zu spüren bekommt.

Zur Energieeffizienz gehört unbedingt auch, die Bautätigkeit auf das unbedingt Notwendige zu beschränken. Allein das Sintern in der Zementherstellung ist ein äußerst energieintensiver Prozess. Auf Prestigebauten jeglicher Art und unsinnige Infrastrukturgroßprojekte ist deshalb zu verzichten.

Wir haben uns hier bewusst auf einige der dringendsten, kurzfristig umzusetzenden Forderungen beschränkt, ohne die damit verbundenen umfassenderen Perspektiven (eine ökologische Kreislaufwirtschaft, etc.) ausdrücklich zu thematisieren. Wir gehen hier auch nicht auf die unabdingbare Einbindung dieser Politik in die Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit ein. Sie ist für uns pure Selbstverständlichkeit. Zur Veranschaulichung mag genügen, dass allein die Streichung ökologisch schädlicher Subventionen Finanzspielräume schaffen würde, die die Erhöhung des Hartz-IV-Regelsatzes um etwa 100 Euro ermöglichen würden. Auch auf die Konsequenzen für die Umgestaltung der Arbeitswelt gehen wir hier nicht eigens ein. Uns kommt es hier darauf an, deutlich zu machen, dass wir unmittelbar jetzt mit entschlossenen Schritten beginnen müssen. Die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen duldet keinen Aufschub. In diesem Sinne hoffen wir auf eine lebhafte Diskussion und die Nutzung der Interventionsmöglichkeiten in politischen Parteien und darüber hinaus.

Mainz, 25. 12. 2016

Initiative Ökosozialismus,
c/o Bruno Kern,
Mombacher Straße 75 A,
55122 Mainz,
E-Mail: fackelkraus@gmx.de
http://www.oekosozialismus.net

ViSdPG: Bruno Kern, Mainz

Vom Wert der Natur: Ökosozialismus oder erbarmungslose Zukunft

Diskussionen zur Erklärung: Für eine ökosozialistische Wende von unten (klick)

Veranstalter:

Bildungsgemeinschaft SALZ e.V. (klick)

Ort und Zeit

Berlin, 21. Januar 2017, 18:30 Uhr – 21:00, Berlin …

Leitung der Podiumsdiskussion: Sebastian Gerhardt (klick), Lunapark21 (klick)

Programm

Teil I: (18.30-18.45)

  • Inge Höger (klick), Schirmfrau der Bildungsgemeinschaft SALZ e.V. (klick),
    erinnert an Ingo Nentwig, wiss. Beirat und SALZ – Vorsitzender,
    * 8. April 1960 in Schwenningdorf, † 30.01.2016 in Rödinghausen
  • Manuel Kellner (klick), Vorsitzender SALZ e.V.,
    erinnert in einem Grußwort an Robert Steigerwald, wiss. Beirat Bildungsgemeinschaft SALZ e.V.,
    * 24.03.1925 in Frankfurt a.M., † 30.06.2016 in Eschborn,
    vorgetragen durch. Peter Schüren, Geschäftsführer SALZ e.V.

Teil II: (18. 50-20.15)

  • Thomas Kuczynski (klick) setzt sich mit dem Thema „Zum Wert der Natur“, auseinander, begründet, warum Marx immer anregend ist und schlägt einen kurzen Ergänzungstext zum Wert der Natur für die ökosozialistische Erklärung vor, der einen Schwerpunkt in einer Podiumsdiskussion mit Peter Clausing und Mareile Flitsch bildet. (30 Minuten)
  • Peter Clausing (klick) informiert exemplarisch über Brennpunkte der globalen Ernährungskrise und darüber, welche Bedeutung die Diskussion über den Wert der Natur aktuell und in Zukunft haben wird. (15 Minuten)
  • Mareile Flitsch (klick) bringt sich zum Themenkomplex „Mensch, Umwelt/ Natur, Beruf“ in die Debatte ein:
    Am Beispiel China nähert sich dieser Vortrag der Frage an, in welchem Verhältnis  die Ausbildung von Fähigkeiten zu (beschleunigter) Moderne und Wachstum und zum Beispiel Ressourcenschutz steht oder stehen könnte. (15 Minuten)

„Vom Wert der Natur: Ökosozialismus oder erbarmungslose Zukunft“ weiterlesen

3. Sitzung des Koordinierungsrates 2015

am 19.9.2015 im Karl-Liebknecht-Haus Berlin, Beratungsraum in der 2. Etage,

Beginn 10.30 Uhr

Tagesordnung

  • Diskussion zu zwei Thesenpapieren
    *  Bruno Kern: „Ökosozialismus oder Barbarei“ (in Tarantel Nr. 68)
    *  Hansjürgen Schulze: „Was ist grüner Sozialismus?
  • Kurzer Input von beiden Autoren, ca 10-15 Minuten
    Moderation der Diskussion: Götz Brandt
  • Erfahrungsaustausch zur Arbeit in den Landesgruppen
  • Informationen von Ralf Henrichs (NRW) ca. 15 Minuten
  • Verschiedenes, Informationen

grüner Sozialismus

Im Mai 2012 wurde die Linkspartei bekanntlich mit 2,3 Prozent der Stimmen aus dem Kieler Landtag hinausgewählt – nach diesem massiven Vertrauensverlust käme es einem Wunder gleich, würde sie sich im Mai 2017 wie Phönix aus der Asche erheben. Das Parteiprogramm DER LINKEN fordert, den sozialökologischen Gesellschafts­umbau als Querschnittsthema in allen Politikfeldern anzugehen. Weil in Schleswig-Holstein die sozialökologischen Herausforderungen besonders wichtig werden (man denke nur an den klimawandelbedingten Anstieg des Meeresspiegels um mehrere Meter) und die GRÜNEN u. a. durch ihre widersprüchliche Haltung zum Fracking an Ausstrahlung verlieren, wollen wir uns mit Hilfe unserer Broschüre „grüner Sozialismus“ (hier klicken zum Downlaod der pdf-Datei) in die Debatte über die Leitlinien für die nächste Landtagswahl einmischen.

Es ist eine bekannte Tatsache, dass das gesellschaftliche Durchschnittsbewusstsein der realen Entwicklung um mehrere Jahrzehnte hinterherhinkt. Marx, Engels und selbst Lenin konnten sich noch nicht annähernd vorstellen, welche Wirkungsmacht die Produktivkräfte, stimuliert durch Roosevelts „New Deal“, im Kapitalismus entfalten würden. Erst seit 1972 weiß die Menschheit aus wissenschaftlichen Untersuchungen um die Begrenztheit der Ressourcen auf dem Planeten Erde. Seit 25 Jahren sind einem bislang noch viel zu kleinen Teil der Menschheit die Gefahren des Klimawandels und der Abfall-“Entsorgung“ und der damit verbundenen Entwicklung der Erde zur globalen Müllkippe bewusst. Zwar sehen alle die Auswirkungen in den Nachrichtensendungen, doch in ihr Bewusstsein drang es bisher noch nicht vor. Außer Elmar Altvater und Saral Sarkar haben sich in Deutschland noch keine bekannten MarxistInnen mit Nicholas Georgescu-Roegens Analyse der Auswirkungen des Entropie-Gesetzes auf beliebige Wirtschaftsprozesse befasst (vgl. S. 36 ff.: „Das Geheimnis der Sanduhr…“). „grüner Sozialismus“ weiterlesen

Es tut sich was auf dem Planeten Erde

Hegel hatte angesichts der stürmischen Gesellschaftsentwicklung im Gefolge von Industrieller Revolution und Französischer Revolution von 1789 ff geschrieben, die Weltgeschichte, die oft so quälend langsam und dröge verlaufe, schreite mitunter in Siebenmeilenstiefeln voran. Ähnliches scheint sich derzeit anzubahnen. Siehe zunächst Tsipras‘ Offenen Brief an Deutschland vom 30. Januar, den ich den heutigen „NachDenkSeiten“ entnommen habe. Hier gilt es, insbesondere über die letzten beiden Sätze nachzudenken:

„Unsere Aufgabe ist die Schaffung eines europäischen New Deal, in dem unser Volk atmen kann und in Würde leben. Eine große Chance für Europa ist im Begriff, in Griechenland geboren zu werden. Diese Gelegenheit zu verpassen, kann sich Europa kaum leisten.“

Roosevelts „New Deal“ – Soll die in den 1970er Jahren vordergründig gescheiterte Entwicklung schlicht wiederholt werden? Sicherlich wäre dies ein Fehlurteil. Der New Deal scheiterte in den Industriestaaten vor allem an der mangelnden Ressourceneffizienz. In der BRD hat sich zwischen 1950 und 1975 die Arbeitsproduktivität auf das Fünffache erhöht. Weil die Löhne an die Arbeitsproduktivität gekoppelt waren, haben sich auch die Löhne verfünffacht. Aber ein Faktor wurde dabei grob vernachlässigt: „Es tut sich was auf dem Planeten Erde“ weiterlesen

Systemveränderung statt Klimawandel!

Linke Alternativen zu Kapitalismus und Klimakatastrophen

Gemeinsames Seminar von isl und RSB

wann?

Samstag, 8. November, u. Sonntag, 9. November 2014

wo?

Jugendherberge Wiesbaden

Themen:

  • Daniel Tanuro spricht über Klimawandel und ökosozialistische Alternative.
  • Wolfgang Pomrehn befasst sich mit Gabriels Rückwärtsrolle bei der Energiewende und beschreibt die Möglichkeiten, die in den erneuerbaren Energien stecken.
  • Birger Scholz referiert zu Verteilungsgerechtigkeit und Energiewende. Welches Strommarktdesign brauchen wir?

weitere Informationen

hier