Wochenmarkt statt Weltmarkt

Einladung zum Ratschlag für sozial-ökologische Landwirtschaft in Nordhessen

Unter dem Motto „Wochenmarkt statt Weltmarkt“ wollen wir im Anschluss an unseren thematisch breit gefächerten Ratschlag in Frankfurt (Dez. 2017) nun konkreter werden und inhaltlich in die Tiefe gehen. Nordhessen könnte Vorreiter für die sozial-ökologische Entwicklung landwirtschaftlicher Räume sein: mit regionaler Wertschöpfung, guter Arbeit sowie Schutz von Klima und Ressourcen. Die Uni für ökologische Agrarwissenschaften ist ein Schatz. Das Regionalmanagement-Nordhessen aber setzt auf Logistik und nicht auf Landwirtschaft: Nordhessen als Drehscheibe für Transport und (LKW-)Verkehr – das sei im Interesse der Wirtschaft.

Wir wollen Politik verändern: nicht Exportmärkte stützen, sondern Menschen & Umwelt schützen sowie unsere Ernährung sichern. Unser Ratschlag soll den Horizont erweitern, gemeinsame Anliegen sichtbar machen und weitere Aktivitäten vorbereiten. Im Programm: eine Reihe knapper Impulsbeiträge / Imbiss mit Austausch und Vertiefung (World-Café) / Gemeinsame „strategische“ Beratung und Verabredungen.

Wann?

Am Freitag, den 22. Juni 2018
von 17.00 bis 21.00 Uhr

Wo? (ACHTUNG: VERANSTALTUNGSORT GEÄNDERT!)

Deutsches Institut für tropische und subtropische Landwirtschaft (DITSL)
Versuchs- und Demonstrationsanlage für Bewässerungs- und Solartechnik

Am Sande 3
37213 Witzenhausen (klick zur Karte)

Anmeldung:

Wir bitten um eine formlose Anmeldung per Email unter:
sabine.leidig.ma09@bundestag.de

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.

Programm:

17:00: Begrüßung und Einführung durch
Sabine Leidig, MdB &
Marjana Schott, MdL;
kurze Vorstellungsrunde

17.30: Impulsbeiträge (jeweils 10min)

  • Simon Arbach & Anja Banzhaf (Dorfgarten Eichenberg):
    Logistikgebiet bleib mir vom Acker
  • Kirsten Tackmann, MdB (agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion):
    Den Boden sozial-ökologisch bewirtschaften
  • Lena Jacobi (junge AbL Hessen):
    Was macht jungen Leuten das Land(-wirtschaften) gut?
  • Johanna Scheringer-Wright (MdL Thüringen):
    Gute Arbeit und ökologische Landwirtschaft auf großen Flächen
  • SoLaWi Freudenthal:
    Kapitalismus mit der Möhre überwinden?
  • Jutta Sundermann (Aktion Agrar):
    Kapitalistische Offensive „Amazon fresh
  • Plieninger (Universität Kassel):
    Sozial-ökologische Interaktionen in Nordhessens Agrarsystem (angefragt)

18:40  „Worldcafé“ mit Imbiss

19:30 Gemeinsame Beratung & Diskussion

20.45 Abschluss/Verabredungen

Der Programmflyer als pdf zum Download:
Programmflyer: sozial-ökologische Landwirtschaft Nordhessen (klick)

Wichtige Links & Infos vom sozial-ökologischen Ratschlag in Frankfurt (Dez. 2017) sind auf nachhaltig-links.de zusammengefasst: http://www.nachhaltig-links.de/index.php/aktuelles-uebergreifendes/1893-sozial-oekologischer-ratschlag

Wir bitten um eine Weiterleitung dieser Information an alle Interessierten & freuen uns sehr auf Ihre und Eure Teilnahme!

DIE LINKE. Fraktion im Hessischen Landtag
Sabine Leidig, MdB, Koordinatorin für sozial-ökologischen Umbau

Achim Lotz
Referent für Umweltpolitik, Ressourcen- und Naturschutz, Forst, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
DIE LINKE. Fraktion im Hessischen Landtag
Schlossplatz 1-3
65183 Wiesbaden

Tel: +49 (0)611 / 350 60-87
Mobil: +49 (0)152 / 33913535
Mail: a.lotz@ltg.hessen.de

linksfraktion-hessen.de
facebook.com/linksfraktion.hessen
twitter.com/linkeltghessen

Kandidat*innenbefragung zum Parteivorstand DER LINKEN

Die Ökologische Plattform NRW hat die Kandidierenden für den Bundesvorstand zu Ihren Ambitionen befragt. Wie sie sich für eine Abkehr von einer Politik, die vorrangig auf Wirtschaftswachstum setzt, in der Partei einsetzen möchten. Wie wir vielmehr konsequent den Weg zu einer ökologischen Politik mit deutlich weniger Ressourcenverbrauch zusammen mit der Umweltbewegung erstreiten können. Lebensqualität und soziale Gerechtigkeit sind gut vereinbar, wenn die Politik gezwungen wird, entsprechende Rahmenbedingungen zu setzen.

Die folgenden 20 Kandidierenden haben geantwortet:
Tobias Bank, Simone Barrientos, Christine Buchholz, Kerstin Eisenreich,Thies Gleiss, Sebastian Koch, Ralf Krämer, Dennis Lander, Xaver Merk, Lucy Redler, Franziska Riekewald, Bernd Riexinger, Johanna Scheringer-Wright, Ilja Seifert, Uwe Tippelt, Axel Troost, Jochem Visser, Katrin Werner, Harald Wolf, Murat Yilmaz

Die Antworten finden sich hier: https://oekologische-plattform.dielinke-nrw.de/aktuell/aktuelle-themen/antworten-der-kandidierenden-zum-parteivorstand/

Meine Meinung:
Wer eine solche Kandidatenbefragung ignoriert, ist aus ökologischer Sicht für den Parteivorstand nicht wählbar.

Interessant ist auch die Reaktion des Parteivorstandes auf unseren Antrag G 23. (https://www.die-linke.de/fileadmin/download/parteitage/leipziger_parteitag_2018/antragshefte/Leipziger_Parteitag_-_Antragsheft_2.pdf; S. 43-45).
Faktisch ist dieser eine Untersetzung und deutliche Weiterentwicklung unseres Antrages an den 5. PT (siehe https://www.oekologische-plattform.de/2016/04/magdeburger-parteitag/) – allerdings mit dem Unterschied, dass der sozial-ökologische Umbau jetzt nicht mehr „nur“ ein Tagesordnungspunkt auf einem Parteitag, sondern eine gesonderte Tagung des Parteitages sein soll.
Doch die Reaktion desselben (Noch-) Parteivorstandes ist die gleiche, wie vor zwei Jahren:
Aus Zeitmangel in die Zukunft verschieben.
2016 hat dieser damals neu gewählte Vorstand beschlossen, das Thema spätestens 2019 auf die Tagesordnung eines Parteitages zu setzen (siehe https://www.oekologische-plattform.de/2016/08/den-sozial-oekologischen-umbau-mit-leben-fuellen/); jetzt soll der Sonderparteitag nicht „schon“ 2019 stattfinden.

Die Ergebnisse der Kandidatenbefragung geben zumindest Anlass zur Hoffnung, dass der jetzt neu zu wählende Vorstand den Beschluss der Klausurtagung vom 2./3.7.2016 seines Vorgängers nicht mit Hinweis auf den neuen Antrag G 23. aufweicht. Sollte dieser Fall eintreten, würde sich die Grundsatzfrage nach dem Wert von Beschlüssen stellen.

Wolfgang Borchardt
8.6.2018

Netzwerk Ökosozialismus

Erstes bundesweites Treffen

am Samstag, 20. Januar 2018, 11.00 Uhr bis ca. 17.00 Uhr
in Club Voltaire, Kleine Hochstraße 5, Frankfurt a. M.

Wir laden alle Interessierten herzlich zu unserem ersten Treffen im Neuen Jahr ein! Wir wollen dabei unsere inhaltliche Arbeit und unsere Aktivitäten für das Jahr 2018 beraten und planen. Dabei sind die Anregungen und Ideen aller sehr willkommen, auch derjenigen, die bis jetzt noch nicht zu uns Kontakt hatten.

Folgende vorläufige Tagesordnung haben wir
erstellt:

11.00 Uhr:

Begrüßung und Vorstellung der TeilnehmerInnen

11.30 Uhr – 12.15 Uhr:

Inhaltlicher Input von Klaus Meier:
Der Klimawandel und die Zukunft der Autoindustrie
Unser Netzwerk ist sich dessen bewusst, dass eine Klimapolitik, die diesen Namen verdient, auch einer radikalen Neugestaltung unserer Mobilität bedarf. Wir haben dazu recht klare Forderungen formuliert. Was passiert dann aber mit der Automobilindustrie und welche Perspektive gibt es für die Beschäftigten? Wie können wir die Beschäftigten und die Gewerkschaften für eine klimagerechte Verkehrspolitik gewinnen?

12.15 Uhr – 13.00 Uhr:

Austausch und Diskussion

13.00 Uhr ‒ 14.00 Uhr:

Mittagspause (in der näheren Umgebung gibt es vielfältige Möglichkeiten, sich gut und reichlich zu versorgen)

Ab 14.00 Uhr:

Planung unserer Arbeitsschwerpunkte und Aktivitäten

  • Rückmeldung zu unserem Internetauftritt, evtl. Verbesserungswünsche
  • geplante Städtetour, um unser Netzwerkvorzustellen und auf eine breitere Basis zu stellen
  • Wichtige Termine im Jahr 2018 und wie wir uns als Netzwerk einbringen können (Attac Sommerakademie, Klimacamp …)

Das sind nur einige Stichworte. Wir sind hier auf die Anregungen und Beiträge aller Teilnehmenden angewiesen und dafür dankbar …

Anmeldungen erbeten, an:

Bruno Kern, E-Mail: fackelkraus@gmx.de

Weitere Informationen

auf: http://www.oekosozialismus.net

Netzwerk Ökosozialismus

Liebe Freundinnen und Freunde,

unsere Initiative Ökosozialismus ist seit Kurzem Teil eines breiteren Netzwerks. Zusammen mit anderen, die sich wie wir als Ökosozialistinnen verstehen – wenn auch mit einigen anderen Akzentsetzungen -, hoffen wir damit eine stärkere politische Wirksamkeit entfalten zu können. Die alte Website unserer Initiative Ökosozialismus ist nun die Website dieses größeren Netzwerks. Wir sind darin als Mitgliedsorganisation aufgeführt, und unter dieser Unterrubrik sind wie bisher unsere Veröffentlichungen und Saral Sarkars Blog zugänglich. Unser Internetauftritt ist damit auch wesentlich professioneller als bisher und nützlicher für uns alle. Wir laden euch ein, reichlich davon Gebrauch zu machen, euch auf dem Laufenden zu halten und unser gemeinsames Anliegen zu stärken.

www.oekosozialismus.net

Solidarische Grüße
Bruno Kern

Umweltverbände: Ohne soziale Gerechtigkeit kein ökologischer Wandel

Die großen deutschen Umweltverbände sind sich einig, dass ohne soziale Gerechtigkeit ein ökologischer Wandel nicht zu haben ist. Das ist die überraschende Quintessenz der am 27.9.2017 veröffentlichten Interviewreihe, die von der Organisation denkhausbremen (http://denkhausbremen.de/) mit aktiven und ehemaligen Führungskräften der Umweltverbände geführt wurde. Befragt wurden Fachleute von BUND, Deutscher Naturschutzring, Greenpeace, NABU, NaturFreunde und WWF. Die Interviewten fordern darüber hinaus eine Abkehr vom Wachstumsdenken – bis hin zu dem Appell, eine Art neue APO zu bilden.

Die denkhausbremen Interviewreihe mit dem Titel „Wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft besser gestalten“ (http://denkhausbremen.de/wp-content/uploads/2017/08/denkhausbremen-Wer-die-Vergangenheit-kennt-kann-die-Zukunft-besser-gestalten..pdf) beleuchtet den Einfluss der wachstumskritischen Debatte auf die Umweltverbände. „Es ist bemerkenswert, dass sogar etablierte Naturschutzverbände, deren Wurzeln ins bürgerliche Milieus hineinreichen, das allgegenwärtige Wachstumsparadigma in Frage stellen“, erläutert denkhausbremen-Geschäftsführer Peter Gerhardt.

Soziale Gerechtigkeit ist für die großen deutschen Umweltverbände zentral. „Wenn wir nicht zusehen, dass sich auch Menschen mit niedrigeren Einkommen ein gutes Leben leisten können, dann werden wir am Ende nicht erfolgreich sein“, erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke in diesem Zusammenhang. Auch politische Projekte wie der Kohleausstieg sollten, so Tschimpke, sozialverträglich gestaltet werden.

Die befragten Experten kritisieren, dass kontinuierliches Wachstum weiterhin ein unumstößliches Fundament unseres Wirtschaftens sei und unseren Planeten auf die Dauer erschöpfe. WWF-Vorstand Christoph Heinrich konkretisiert, dass eigene Studien belegten, dass bei Fleisch, Soja oder Palmöl die globalen Grenzen der Tragfähigkeit bereits überschritten seien. Helmut Röscheisen, Ex-Generalsekretär des Dachverbands Deutscher Naturschutzring, rät den Umweltverbänden auch im Hinblick auf die eigene Nachwuchsarbeit sich in der wachstumskritischen Debatte zu engagieren: „Die Frage nach ökologischen Lebensstilen und die Wachstumsdebatte als solche bieten da schon einige Brücken, um junge Leute für die eigene Arbeit zu begeistern.“

Die Interviewten sprechen ferner über ihr ambivalentes Verhältnis zur Industrie. Wolfgang Lohbeck, langjähriger Greenpeace Kampaigner und Vater des Drei-Liter-Autos, ist skeptisch, ob sich der Dialog mit der Wirtschaft für die Umweltverbände lohnt. Es bestehe dadurch die Gefahr, sich zu sehr um Detailverbesserungen zu bemühen und das große Ganze aus dem Auge zu verlieren, nämlich in seinem Fall das „durchaus perverse Fortbewegungsmittel Auto insgesamt“. Er hält das System „Auto“ für „brutal, gewalttätig, vernunftwidrig, auf Kosten aller“.

Die Umweltfachleute erläutern auch Ihre Ideen für die Zukunft. Die BUND-Ehrenvorsitzende Angelika Zahrnt gibt sich pragmatisch und sieht die Stärke ihres Verbandes auf der lokalen Ebene und fordert mehr Repair-Cafés für defekte Kleingeräte und Car-Sharing. Der frühere Parlamentarische Staatssekretär im Bundesumweltministerium und heutige NaturFreunde-Vorsitzende Michael Müller wünscht sich, dass sich die Verbände gemeinsam noch stärker politisch einmischen: Er ruft sie dazu auf, „eine Art APO, also außerparteiliche Opposition“ zu bilden und die politischen Parteien beim Thema Wachstum stärker unter Druck zu setzen.

Die Interviewreihe hat denkhausbremen im Rahmen des „Dialog Degrowth“ (http://denkhausbremen.de/de/themen/dialog-degrowth/) initiiert. In diesem vom Umweltbundesamt geförderten Projekt tauschen sich Umweltverbände mit wachstumskritischen Initiativen aus und erarbeiten gemeinsam konkrete Lösungsansätze für soziale und ökologische Zukunftsfragen.

Erklärung der Teilnehmer des Bundestreffens 2017

der Ökologischen Plattform bei der LINKEN

in Erfurt, 24.6.2017

Die TeilnehmerInnen des Treffens bedauern die Aussparung ökologischer Themen bei den Hauptreferaten des Parteitages in Hannover (z. B. Riexinger, Kipping, Wagenknecht, Bartsch, Gysi). Eine ganze Reihe Änderungsanträge zur Stellung der Ökologie in der LINKEN fanden nicht den Weg ins Wahlprogramm. Die Ergebnisse der Landtagswahlen 2017 zeigen, dass allein mit sozialen Themen im Wahlkampf zu wenige Wähler angesprochen werden, die LINKE zu wählen. Ohne eine grundlegende sozial-ökologische Änderung der Wirtschaftsordnung und Wirtschaftsweise und ohne Brechung des kapitalistischen Wirtschafts- und Profitzwang wird es keine soziale Gerechtigkeit und keinen Schutz der Umwelt geben. Das spüren auch viele potentielle linke Wählerinnen und Wähler.

Dennoch ist das beschlossene Wahlprogramm (https://www.die-linke.de/fileadmin/download/wahlen2017/wahlprogramm2017/wahlprogramm2017.pdf) eine gute Grundlage, um auch auf ökologischen Gebieten einen erfolgreichen Wahlkampf führen zu können. Den Mitgliedern der Ökologischen Plattform, der Bundestagsfraktion und des Parteivorstandes, die an der Aufnahme klarer ökologischer Positionen in das Wahlprogramm mitgewirkt haben, sprechen wir unseren Dank aus.

Vielen links und ökologisch eingestellten Menschen ist für ihre Wahlentscheidung wichtig, was die LINKE zu den Überlebensfragen der Menschheit zu sagen hat und welche politischen Vorschläge sie bereits macht. Die LINKE muss die WählerInnen über ihre Vorstellungen zum sozial-ökologischen Umbau der Gesellschaft und Wirtschaft aufklären, denn auch dieses Thema kommt im Wahlprogramm zu kurz, ist aber wesentlicher Inhalt der Programmatik der LINKEN.

Daher kommt es jetzt darauf an, dass die KandidatInnen, die zur Wahl stehen, die WahlkämpferInnen, Mitglieder der Ökologischen Plattform und alle ökologisch engagierten in der LINKEN die im Programm enthaltenen ökologischen Positionen kennen und im Wahlkampf aktiv vertreten.

Die TeilnehmerInnen des Bundestreffens begrüßen deshalb die Aktivitäten des SprecherInnenrates zur Vervollständigung der Wahlkampfmaterialien durch Darstellung ökologischer Ziele in Flyern und Plakaten und die geplante Konferenz „Ökologisches Profil der LINKEN im Wahlkampf“.

Rotes Grün – Ökologie und die LINKE

Eine offene Mitgliederversammlung DER LINKEN von Steglitz-Zehlendorf zum sozialökologischen Umbau

Mit Marion Platta und Dr. Hans Thie

Dienstag, 20.6.2017, 19:30,
Geschäftsstelle die LINKE Steglitz-Zehlendorf, Schildhornstraße 85A in 12163 Berlin.

1972 machte eine von der Volkswagenstiftung mit finanzierte Studie weltweit von sich reden.  The end of growth zeigte vor 45 Jahren auf, dass eine Weiterentwicklung der menschlichen Gesellschaft auf den eingeschlagenen Wegen auch ein Ende hat. Aus der damaligen Zeit stammt auch das Bonmot: “Wer in einer endlichen Welt an immerwährendes Wachstum glaubt, ist entweder ein Verrückter oder ein Ökonom.“ 2017 muss man erkennen, dass sich bisher die Verrückten und die Ökonomen mit ihrem Glauben durchgesetzt haben, denn eine ganze Weltgesellschaft giert nach Wachstum und Massenprodukion als Quelle irdischen Glücks.

Dabei müssten inzwischen allen, die nicht verrückt oder Ökonomen sind, ausreichende Informationen haben, die zu einer Abkehr vom bisherigen Weg motivieren. Wir sind deutlich sichtbar im Anthropozän angekommen, also in einer Zeit, in der homo sapiens die prägenden, geologischen Ablagerungen seiner Epoche erzeugt. Aber nicht nur Stahlbeton- und Plastikschichten in der Erde, auch das Klima gehorcht heute dem Kommando der Spezies, die sich auf Geheiß ihres Gottes (Genesis 1.28) die Welt Untertan gemacht hat.

Leider sind die Konsequenzen dieses falsch verstandenen Gehorsams für die Spezies selbst inzwischen weniger paradiesisch. Der menschengemachte Klimawandel vertreibt inzwischen jährlich über 20 Millionen Menschen aus ihren angestammten Wohngebieten – mehr als durch Kriege vertrieben werden. Der Klimawandel verändert fortschreitend die Gebiete, an die das biologische Wesen Mensch angepasst ist. 38 Tausend Menschen sterben jährlich, weil Firmen wie Volkswagen Autos produzieren, die die Grenzwerte nicht einhalten. Das Artensterben hat biblische Ausmaße angenommen, mit ungeahnten Konsequenzen für das Ökosystem, zu dem der Mensch trotz aller Selbstüberschätzung weiter gehört.
Fazit: wenn sich nicht jetzt etwas ändert, wird die ganze Sache für unsere Kinder höchstwahrscheinlich außerordentlich unangenehm.

Was kann eine Linke, bzw. was macht die LINKE, um diese Enwicklung zu verhindern und den Menschen eine Zukunft zu bieten?
Wie verhindern wir die Selbstverbrennung?

Um diese Frage zu erörtern haben wir uns zwei ausgewiesene Experten zu einem thematischen Abend eingeladen:

Marion Platta ist die Umweltpolitische Sprecherin von die LINKE im Berliner Abgeordnetenhaus, dem sie seit 11 Jahren angehört. Marion ist das umweltpolitische Gesicht der Partei in Berlin und beschäftigt sich lokal mit Fragen wie der Umweltgerechtigkeit, Wasserwirtschaft, Abfallentsorgung, Lärmschutz etc. Sie kann als Sprecherin der LAG Umwelt einen guten Einblick in die Umweltpolitik der Berliner LINKEN geben.

Dr. Hans Thie ist Ökonom und Referent bei der Bundestagsfraktion die LINKE und hier unter anderem für den Plan B – das Konzept zum sozialökologischen Umbau zuständig. Hans Thie wird uns darüber aufklären, wo die Problemfelder liegen und warum konsequente Ökologie nur mit links geht – und warum links heute nur noch ökologisch geht! Er ist davon überzeugt, dass „In einer Welt mit starken ökologischen Restriktionen jeglicher Luxus ein unmittelbarer Anschlag auf das Leben anderer“ ist (Rotes Grün – https://www.rosalux.de/publikation/id/6853/, S.36; siehe auch „Rotes Grün“ unter http://www.oekologische-plattform.de/2013/06/rotes-grun/).

Wir freuen uns über viele Interessierte Teilnehmer, ob Mitglieder oder nicht.

Bezirksverband Steglitz-Zehlendorf

Degrowth Sommerschule 2017

Wann und wo?
Die Degrowth-Sommerschule gibt es auch dieses Jahr wieder auf dem Klimacamp im Rheinland! Sie wird zwischen dem 18. und dem 23. August stattfinden. Der genaue Ort im Rheinischen Braunkohlerevier steht noch nicht fest.

Programm
Die Sommerschule wird mit ihren 4-tägigen Kursen wieder ein breites Spektrum an Themen abdecken: von praktischen Fähigkeiten über aktivistische Strategien bis hin zu wissenschaftlichen Debatten. Die inhaltlichen Schwerpunkte sind dieses Jahr „Strukturwandel im Rheinischen Braunkohlerevier“, „Psychologie des Wandels“ und „Skills for System Change“. Wir freuen uns, wenn Ihr einen Kurs oder Workshop anbieten wollt! Alle Infos dazu gibt es im Call for Courses:
> Call for Courses als pdf

weiter lesen: https://www.degrowth.de/de/sommerschule-2017/

5,3% Wachstum

Mit dieser Geschwindigkeit beschleunigen „die Deutschen“ im Durchschnitt die Selbstzerstörung der Menschheit.

„Am 24. April hat die deutsche Bevölkerung rechnerisch die gesamte Menge an natürlichen Ressourcen verbraucht, die ihr an Biokapazität im Jahr 2017 zusteht.“ (Quelle: https://germanwatch.org/overshoot)

2016 haben wir (Menschen in Deutschland) noch 119 Tage – bis zum 29. April – gebraucht, um die uns im Jahr zustehenden Ressourcen zu verbrauchen.
Dieses Tempo konnten wir 2017 noch steigern. Statt die Kapazität von „nur“ 3,1 Erden wie im Jahr 2016 zu vernutzen, werden wir bei Fortsetzung dieses Trends in diesem Jahr 3,2 erreichen:

Das sind 5,3% Wachstum – mehr als doppelt so viel wie das der Wirtschaft!

Was kostet uns diese Wirtschafts- und Lebensweise?

12 – 15 Arbeitsplätze in der Kohle: rechnerisch ein Toter pro Jahr – das das nur ein kleiner Teil der Schäden durch fossile Energiewirtschaft ist, macht Prof. Volker Quaschning von der HTW (https://www.volker-quaschning.de/index.php) in diesem Video deutlich.

Am 26.April vor 31 Jahren ereignete sich im AKW Tschernobyl der erste atomare Super-GAU (Kategorie „katastrophaler Unfall“).
Wir sollten uns daran erinnern, dass auch in Deutschland trotz Ausstiegsbeschluss immer noch AKWs in Betrieb sind, immer noch atomarer Müll produziert wird, von dem nur klar ist dass er sicher über eine Million Jahre isoliert gelagert werden muss, nicht aber wo und wie.

Was für eine Erde hinterlassen wir unseren Enkeln und Urenkeln?

Tarantel Nr. 76 (03/2017)

 
32 Seiten,
6 Abbildungen
Redaktionsschluss: 15.2.2017
Link zur Ausgabe als PDF-Datei 0,5 MB (klick)
Link zur Ausgabe als epub-Datei – zip-komprimiert 470kB (klick)

 

Inhaltsverzeichnis

Editorial 2

Über uns

Was wir unserer Partei sagen wollten 3

International

Tod Fidel Castros und Wahlsieg Donald Trumps 5

Gesellschaftsperspektive

Gespräch mit Judith Dellheim 6
Gespräch mit Stefan Meretz 7

Energiewende

Über das Erfordernis, die Energiegesetzgebung der Bundesrepublik Deutschland grundlegend zu erneuern 15
Vorschlag Inhaltlicher Eckpunkte für die dezentrale Energieversorgung aus regenerativen Quellen 17

Bücherecke

Illegale Kriege 18
Beiträge zur Umweltpolitik Nr. 2: „Politische Begriffe und ihre Anwendung in der Ökologie“ 18
Reinhard Loske: Politik der Zukunftsfähigkeit. Konturen einer Nachhaltigkeitswende 20
Abschied von der Welt des Überflusses 23
Die 10 Gebote der Ökologie 24
Degrowth. Handbuch für eine neue Ära 26
Die Welt reparieren 27
Bekenntnisse eines Economic Hit Man 29

Impressum

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Kontaktadressen

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