Langener LINKE ist gegen weitere Bannwaldrodung

Das Regierungspräsidium Darmstadt hat der Firma Sehring die Rodung von weiteren 8,1 ha Bannwald (https://de.wikipedia.org/wiki/Bannwald) genehmigt. Für die LINKE Langen ist dies nicht nachvollziehbar, da über die Klage des BUND, die seit vier Jahren anhängig ist, bis heute noch nicht endgültig entschieden ist.  Hier werden Tatsachen geschaffen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

Für die Natur im Rhein-Main-Gebiet ist diese Entscheidung eine Katastrophe. Hier wird wertvoller, nicht zu ersetzender Bannwald zerstört. Gerade in einem Ballungsgebiet ist der Wald für die Reinigung der Luft und das Klima unersetzlich. Auch die Auswirkungen auf unser Grundwasser sind nicht unerheblich. Und den Bürgerinnen und  Bürgern unserer Gegend geht ein unbezahlbarer Erholungsraum verloren. Dies lässt sich auch nicht durch ein paar Froschteiche wie an der ehemaligen Ostgrube vertuschen.

Marianne Wurm, Sprecherin der LINKEN Langen, äußert ihr Unverständnis über die Entscheidung.  Vor allem ist unverständlich, dass dies unter der Leitung einer grünen Regierungspräsidentin geschieht. Es kann nicht sein, dass immer weiterer Bannwald dem Profit einer Firma geopfert wird, die sich dann durch Spenden an Langener Vereine als „Heilsbringer“ feiern lässt. Unverständlich ist für die LINKE Langen auch, dass es weitere Genehmigungen zur Rodung gibt, obwohl die Firma Sehring mit der Renaturierung der gerodeten Flächen seit Jahren nicht nachkommt.

https://www.die-linke-kreis-offenbach.de/nc/aktuelles/presse/detail/news/langener-linke-gegen-weitere-bannwaldrodung/

Ausbau der Windkraft ist keine Gefahr für den Bestand von Vogelarten

schreibt Hans-Josef Fell auf seiner Internetseite (https://hans-josef-fell.de/)

Im kürzlich vorgelegten Abschlussbericht des von der Bundesregierung im 6. Energieforschungsprogramm geförderten Forschungsprojekts PROGRESS, der bisher umfassendsten Untersuchung über Kollisionsrisiken von Vögeln mit Windkraftanlagen, kann keine Bestandsgefährdung von Vogelarten nachgewiesen werden. Im Endbericht geben die Autoren „Entwarnung für den größten Teil der im Untersuchungsraum vorkommenden Vogelarten, für die auch in Bezug zu dem sehr umfangreichen Ausbau der Windenergienutzung keine Bestandsgefährdung durch Kollisionen zu erwarten ist“ (vgl. Zusammenfassung des Endberichts (klick), S. 20). Die Forschungsnehmer konstatieren trotz der Suche unter einer rekordverdächtigen Zahl von fast 600 Windenergieanlagen „niedrige Fundraten“, d.h. es wurden nahezu von allen Vogelarten entweder keine oder nur sehr wenige Kollisionsopfer gefunden. Die PROGRESS-Studie bestätigt damit mit großem Untersuchungsaufwand lediglich bisherige Ergebnisse anderer Studien.

Für wenige Vogelarten, vor allem für Mäusebussard und Rotmilan, sehen die Autoren Anzeichen dafür, „dass durch den derzeitigen Ausbauzustand bereits Kollisionsraten auftreten, die zu einem Bestandsrückgang führen können.“ Das bedeutet, dass auch bei diesen als windkraftsensiblen geltenden Vögeln keine Bestandsgefährdung nachgewiesen worden ist. Dabei ist die Einschätzung der PROGESS-Studie, dass es Bestandsrückgänge für Mäusebussard und Rotmilan aufgrund des Windkraftausbaus geben könnte, sehr zweifelhaft. Selbst laut PROGRESS sind überhaupt nur unter einem geringen Bruchteil der Windenergieanlagen tatsächliche oder vermutete Kollisionsopfer gefunden worden. Dieses Ergebnis steht nicht nur im Widerspruch zur Interpretation der Autoren, sondern auch zu zahlreichen bisherigen Erkenntnissen. Damit werden gleich mehrere Problemfelder der PROGRESS-Studie augenfällig, z.B. die Hochrechnungen für die Kollisionsopfer. Mit einer GPS-Besenderung für Greifvögel gäbe eine viel präzisere als die PROGRESS-Methode, um verlässlich Todesursachen und damit die angeblich hohe Kollisionsgefahr bei Greifvögeln nachzuweisen.

Auch weitere wissenschaftliche Fehler und Ungereimtheiten der PROGRESS Studie legen nahe, dass sogar die Vermutungen von Bestandsrückgängen (nicht Bestandsgefährdungen) von Mäusebussard und Rotmilan infolge von Windkraftkollisionen nicht tragfähig sind (vgl. O. Kohle: Die größten Fehler der PROGRESS-Studie (klick)).

Der Windkraftausbau darf nicht länger durch immer neue Erschwernisse in der Genehmigungspraxis behindert werden. Mit den Ergebnissen der PROGRESS-Studie wird den Windkraftgegnern eines ihrer scheinbaren Argumente – dass die Windräder eine Bestandsgefährdung für Vogelarten seien – genommen.

Der unbestritten notwendige Schutz von Vogelpopulationen ist offensichtlich mit der Genehmigungspraxis der letzten Jahre gewährleistet. Nicht anders ist zu erklären, dass die Gesamtbestände von windkraftsensiblen Vogelarten in Deutschland, wie Rotmilan, Schwarzstorch, Uhu oder Seeadler in den letzten Jahren parallel zum Windkraftausbau zugenommen haben (vgl. O. Kohle: Mäusebussard, Rotmilan und Windkraft – Ein Scheinproblem (klick)).

In der Konsequenz sollte der Ausbau der Windkraft beschleunigt werden. Denn er ist unverzichtbar nicht nur für die Energiewende, sondern insbesondere auch für den Klimaschutz. Bekannterweise ist gerade die Erderwärmung die Hauptbedrohung für unzählige Tier- und Pflanzenarten auf der Erde und hat schon viele Arten für immer verschwinden lassen. Anstatt also mit der Opposition gegen die Windenergie eine der tatsächlichen Bedrohungen für den Vogelbestand zu befördern, wäre es zielführender, wenn Artenschützer sich endlich wieder auf den wichtigen Kampf für den Klima- und damit für den Artenschutz konzentrieren.

Im Interesse der Windenergie und des Schutzes der Vögel müssen eine objektive Aufklärung und Versachlichung der Diskussion im Vordergrund stehen. Wir müssen unseren Blick auf die tatsächlichen Bedrohungen von Wiesenvögeln richten, wie etwa den Verlust von Lebensraum, um Fortschritte für ihren Erhalt zu erzielen.


Kommentar

  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    eine alte Erkenntnis lautet, die falsche Dosis, wie z. B. zu viele aktive Windkraftanlagen, am falschen Ort (z. B. Deutschland), zur falschen Zeit (fast immer) machen das Gift (nach Paracelsius). Nicht alle Gebiete sind für die Windkraftnutzung gut geeignet und dort, wo die Eignung gegeben ist, drängeln sich immer mehr Windkraftanlagen. Die Folge davon ist, dass bereits Wälder damit bestückt werden und dass empfohlene Abstände zu Horsten des vom Aussterben bedrohten Schreiadlers unterschritten werden.
    Wenn Deutschland derzeit erst ein Drittel des Energiebedarfs mit erneuerbaren Energien deckt, dann ist absehbar, was auf das Landschaftsökosystem noch zukommen kann und das in einem kapitalistischen System mit seinem Wachstumszwang. Wenn die regenerative Energie ach so grün ist, dann könnte ja der gesamte Energieverbrauch der Menschheit und der Umsatz der miteinander konkurrierend rationalisierenden kapitalistischen Grünenergie-Unternehmen zum Zwecke ihres Maximalprofits und Überlebens fleißig weiter zunehmen. Die Folgen des zunehmenden Zubaus von Kleinwindkraftanlagen für den Artenschutz sind zudem offenbar noch kaum untersucht.
    Ich habe den Verdacht, dass die Landschaftskapazität für den ökologisch nachhaltig zukunftsfähigen Zubau an Windkraftanlagen (siehe Gleiches bei der Biomasse und deren Folgen) in Deutschland bereits (weitgehend) erschöpft ist (siehe auch die Opferproblematik bei Fledermäusen) und dass der noch nicht regenerativ gedeckte Energieverbrauch eingespart werden muss. Ich möchte nur an den extrem verschwenderischen Kraftverkehr, die thermisch meist unzureichend isolierten Gebäude und an den hohen Energieverbrauch in der dominierend nicht ökologischen Landwirtschaft (Dünger- und Tierproduktion) erinnern. Wenn Zubau, dann insbesondere bei Repowering, Fotovoltaik auf geeigneten Flächen und Energiespeicherung. Insgesamt heißt das Nachhaltigkeitsprinzip nicht Maximierung des sektoral kurzfristig Machbaren, sondern ganzheitlich nachhaltige Optimierung im Rahmen des globalen Erhalts der sensibelsten Ressource, der biologischen Vielfalt.
    Es muss beachtet werden, dass man die Wirkung der Windkraftnutzung nicht nur auf einzelne Anlagen oder Parks bezogen und getrennt von den Wirkungen der anderen Landschafts-Nutzungsmodalitäten und hinsichtlich des Artenschutzes nur auf die Vogelwelt beschränkt betrachten kann (siehe auch PROGRESS Hrsg.). Selbst ein dominierender Ökolandbau, wenn er gegeben wäre, müsste zukünftig in einem erhöhten Maße zur Rohstoffversorgung beitragen, so dass nur bei einer hohen Sparsamkeit an Energie und Material die biologische Vielfalt, als eines der wichtigsten Gütesiegel der Zukunftsfähigkeit unserer Lebensweise erhalten werden kann. Denn derzeit ist es so, dass der Rotmilan, für dessen Erhalt Deutschland die weltweite Hauptverantwortung besitzt, im Bestand offenbar nicht zu-, sondern abnimmt, denn er wird nach der neuesten Gefährdungseinschätzung (Rote Liste Deutschlands im Druck, www.nabu.de) nicht mehr als ungefährdet eingestuft, sondern in die Vorwarnliste zur Roten Liste. Dazu tragen die intensive Landwirtschaft, die hohe Intensität des Kraftverkehrs und die steigende Winkraftnutzung kumulativ bei. Stirbt ein Elternvogel ist die ganze Brut gefährdet.
    PROGRESS, als Herausgeber der eingangs genannten Studie hat, wegen der hohen Vegetation, offenbar keine Opfersuche zur Zeit der Jungenaufzucht durchgeführt, dann, wenn die Elternvögel am intensivsten nach Nahrung suchen und die gerade flüggen Jungvögel am unerfahrensten sind. Unklar ist auch, ob und in wie weit Prädatoren, wie z. B. Füchse gelernt haben, systematisch und nicht zuletzt auch nachts nach Opfern von Windkraftanlagen zu suchen und diese zu beseitigen.Mit freundlichem Gruß
    Andreas Ratsch

Gegenwind für Windkraft – was tun?

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter für eine vollständig regenerative Energieerzeugung,

hiermit möchten wir Sie / Dich herzlich zum Fachgespräch der Bundestagsfraktion DIE LINKE „Gegenwind für Windkraft – was tun?“ einladen.Wir freuen uns auf spannenden Vorträge und Diskussionen über Wege, die gesellschaftliche Akzeptanz des Ausbaus der Windenergie zu steigern. Mit dabei sind u.a. Kathrin Ammermann vom BfN, Henning Dettmer vom BWE, Dr. Marian Klobasa vom Fraunhofer ISI, Dr. Rainer Land vom Thünen-Institut und Prof. Jürgen Peters von der HNE Eberswalde.

Datum: Montag, den 9. November 2015

Zeit: 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Ort: Deutscher Bundestag, Paul-Löbe-Haus, Saal E.700, Konrad-Adenauer-Straße 1, 10557 Berlin

Wir würden uns sehr freuen, Sie/ Euch vor Ort begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen
Eva Bulling-Schröter, MdB, Sprecherin für Energiepolitik

Hintergrund zum Fachgespräch (klick)

Auf nachhaltig-links.de dindet sich eine Auswertung und das Material zur Veranstaltung (klick).

 

Windenergie im Wald

Im Rahmen unserer Diskussion zur Windenergie veröffentlichen wir hier den

Brief des SFV an Franz Alt zur Windenergie im Wald

Lieber Herr Alt,

im Juli haben Sie wohlwollend eine Emnid-Umfrage zitiert, wonach 79% der Befragten die Errichtung von Windkraftanlagen in Waldgebieten ablehnen. Die Umfrage war von der „Deutschen Wildtier Stiftung“ bzw. deren „Alleinvorstand“, Prof. Fritz Vahrenholt, in Auftrag gegeben worden.

Wir wundern uns, dass Sie diese Meldung unkommentiert verbreiten, und dabei weder auf die krassen methodischen Mängel der Emnid-Umfrage, noch auf das jahrzehntelange konsequente Wirken des Herrn Vahrenholt zugunsten fossiler und nuklearer Energieversorgung und gegen die Erneuerbaren Energien hinweisen. Beide Punkte seien hier kurz erläutert und durch grundsätzliche Überlegungen zum Verhältnis von Naturschutz und Windenergie ergänzt. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Argumente ebenfalls auf der „Sonnenseite“ veröffentlichen würden.

1. Zur Emnid-Umfrage

Emnid hat im Juli 2015 etwa eintausend Bundesbürger nach ihrer Zustimmung zu den folgenden beiden Aussagen gefragt: „Für den Ausbau der Windenergie sollten generell keine Waldgebiete verschwinden oder zerschnitten werden.“ bzw. „Ich finde es im Allgemeinen vertretbar, wenn für den Bau zusätzlicher Windkraftanlagen auch Waldgebiete verschwinden oder zerschnitten werden.“ Der zweiten Aussage stimmten 11 % der Befragten zu, der ersten die besagten 79 %.

Die Formulierung von Fragen bei demoskopischen Erhebungen ist immer eine delikate Sache. Aber im Bereich der empirischen Sozialforschung begegnen einem nur sehr selten Fragestellungen, die in so dreister Weise suggestiv sind. Wir wundern uns, dass ein seriöses demoskopisches Institut wie Emnid seine wissenschaftliche Reputation so bereitwillig aufs Spiel setzt.

Damit nicht genug: Die so gewonnenen, wenig überraschenden Ergebnisse werden im nächsten Schritt übel verdreht. Denn den Bau von Windkraftanlagen im Wald mit dem „Verschwinden“ bzw. „Zerschnittenwerden“ des Waldes gleichzusetzen, ist inhaltlich Unsinn. Selbstverständlich lehnte es eine überwältigende Mehrheit der Befragten ab, dass für den Bau von Windanlagen Wald verschwinden muss oder zerschnitten wird. Wir beim Solarenergie-Förderverein Deutschland z.B. lehnen das ebenfalls ab. Aber wir setzen uns dafür ein, dass die Windenergie auch über den Wipfeln von Wäldern in naturverträglicher Weise genutzt wird. Die Schlagzeile, „79 Prozent der Befragten lehnen Windkraft im Wald ab“ ist somit frei erfunden, denn eine Aussage wie: „Ich lehne die Nutzung der Windkraft im Walde ab“, war den Befragten überhaupt nicht vorgelegt worden. Dennoch veröffentlicht nicht nur die „Deutsche Wildtier Stiftung“, sondern auch Ihre „Sonnenseite“ genau diese frei erfundene Schlagzeile. „Windenergie im Wald“ weiterlesen

Wie Überschriften die Meinung beeinflussen.

Das Magazin für erneuerbare Energien „neue energie„, sich selbst als „Fachmagazin der Energiewende“ bezeichnend, macht ihre aktuelle Nummer 1/2015 auf mit dem Text: „Wir brauchen beides! Artenvielfalt und Erneuerbare sind vereinbar“ und erfindet auch gleich zu Naturschutzgebieten „Klimaschutzgebiete“. Beim Anblick dieses Titels fragt mensch sich nur: „Wie sollen die Windräder vor den Vögeln geschützt werden?“

neue energie
Quelle: neue energie Nr. 1/2015

Na gut, das ist nicht ernst gemeint. Natürlich brauchen wir beides, aber mit dem Postulat auf der Titelseite ist es nicht getan. Deutlich wird das im Interview das der Bundesgeschäftsführer des NABU, Leif Miller, dem Chefredakteur Jörg-Rainer Zimmermann gegeben hat. Für ihn ist nicht nur wichtig, „Klima- und Artenschutz zusammen zu denken“ und – wie es in der Einleitung heißt – „gerade bei Windparks die Standortwahl“.

In seiner Antwort auf die Frage: „Wie lässt sich das [Klima- und Naturschutz] argumentativ überein bringen, wo doch beide Seiten Natur und Umwelt schützen wollen?“ verweist er darüber hinaus auf ein ungelöstes Problem:

„Eine naturverträgliche und bedarfsgerechte Energiewende ist nur mit Energieeinsparungen zu erreichen. Nur wenn wir den Energiebedarf reduzieren, kann der Druck auf Lebensräume von Mensch und Natur gemindert werden, indem weniger Kraftwerke oder Stromleitungen gebaut werden.“

Trotz aller bisherigen Bemühungen zur Energieeinsparung hat sich das Bruttoinlandsprodukt nicht vom Primärenergieverbrauch abgekoppelt, das heißt, die Effizienzsteigerungen wurden durch Wachstumsteigerungen des BIP „aufgefressen“ (rebound-Effekt).

Quelle: AGEB "Ausgewählte Effizienzindikatoren zur Energiebilanz Deutschland. Daten für die Jahre von 1990 bis 2012"
Quelle: AGEB „Ausgewählte Effizienzindikatoren zur Energiebilanz Deutschland. Daten für die Jahre von 1990 bis 2012“

Kommentare zu „Windenergie im Wald“

Irgendwie merkwürdig, dass die „Naturschützer“ gegen alles sind, was Energie liefern könnte.
Ich verfolge das seit Jahren beim Thema Biomasse. Da sind sie auch gegen jeden Eingriff in den Wald. Zum Teil mit merkwürdigen Begründungen. Am liebsten hätten sie nur unberührten Urwald, der sich selbst überlassen bleibt.
Wir haben aber nunmal eine „Kulturlandschaft“ in der auch der Wald ein produktives Element darstellt. Die Biomasseproduktion (und damit Kohlendioxidbindung) von jungen Wäldern ist um ein vielfaches höher als bei alten Bäumen. Diese geraten in ein Gleichgewicht und stellen dann nur noch einen Speicher dar, aber Assimilation und Abbau halten sich die Waage. Ein Nullsummenspiel.
Diese Daten aus tausenden Veröffentlichungen, die nur Nebelkerzen werfen, herauszudestillieren, ist kein leichtes Unterfangen.
Roland
19.11.14

Alte Wälder sind wohl ein Nullsummenspiel. Am besten ist es also, das Stammholz zu verbauen, am besten in Häuser, damit das gespeicherte CO2 aus dem Kreislauf entfernt wird, die Äste zu verbrennen und die kleinen Äste und das Laub als Dung für den nächsten Wald zu nutzen…
Herzliche Grüße
Helmut Käss
20.11.14

Nicht im Wald, nicht auf dem ‚Feld (wg.Tierschutz) und nicht in der Stadt (wg. Menschenschutz).
Bleibt die Frage: Wo denn? Offshore kostet das Doppelte und ist ökologisch fragwürdig.
Ich höre da immer raus, dann doch lieber das „saubere“ Atom. Unser Restrisiko ist gering und die große Rechnung bezahlen heute die Neger in den Bergwerken Afrikas und morgen unsere Nachkommen (auch dann noch, wenn die Menschkeit schon lange ausgestorben ist).
In tiefer Verzweiflung vor unserem Egoismus
Viktor
21.11.14

Lassen wir zunächst Fakten sprechen. Das Überangebot von Elektroenergie im Verbund ist nicht nur temporär zu sehen. Allein in Deutschland und seinen Nachbarländern besteht derzeit ein Überangebot von 60 Gigawatt, mit dem allein alle bestehenden Stein- und Braunkohlekraftwerke mit einer derzeitigen Gesamtkapazität von rund 50 GW abgeschaltet werden könnten.
Nach Hohmeyer könnte bei ausgewogener Förderpolitik schon 2030 der Gesamtbedarf ohne Treibhausgasemission und ohne Atomenergienutzung gedeckt werden.
Der wirtschaftliche Betrieb von Kohlekraftwerken ist nur deshalb zu erklären, weil wesentlich saubere und günstigere Gaskraftwerke durch klimapolitisch unverantwortlich falsche Besteuerung von CO2 – Emission, durch die letzte und gegenwärtige Bundesregierung, in ihrer Wettbewerbsfähigkeit benachteiligt wird.
Wozu – bei dieser gigantischen Überkapazität – weitere Windräder im Wald? Um die Frage zu beantworten sind grundsätzliche Prioritäten zu ordnen. Neben einer ganzheitlichen Betrachtung sollte Umweltverantwortung aber auch die Betrachtung von Eigentumsverhältnissen, wissenschaftlich-technischen Potentialen und gesamtheitlicher Ressourcen einschließen. Und natürlich sollten wir europäisches Umweltrecht zur eigenen Grundlage unserer Urteilsfähigkeit machen.
Da wäre schon die Frage zu stellen: wer bestimmt den cash-flow von Forschungs- und Entwicklungsaufgaben Umwelteffizienter Produkte, zu denen sehr wohl auch energieeffiziente Verfahren und Energiespeichertechnik gehören?
Inwieweit sind wir unseren Schulbuchweisheiten verfangen und lehnen wissenschaftlich-technische Lösungen als Utopien ab, weil sie in unser vorherrschendes Denken und in das Profitsystem innovationsfeindlicher Konzerne nicht passen. Eine andere Besteuerung von Mehrverbrauch und Umweltemission und es würde schon bald funktionierende Elektroenergiespeicher geben.
Noch ein Wort zu den Ressourcen: Und natürlich muss die Frage gestellt werden, welchem Bedarf stehen welche Erzeugerkapazitäten gegenüber? Welche Kapazität ist in welchem Maße Grundlastfähig? Und welchem Bedarf und welchen umweltpolitischen Anforderungen soll die Planung eines weiteren Kapazitätsausbaus folgen? Inwieweit sind Mensch und Umwelt von überzogenen Bedarfsplanungen betroffen?
Die regionalen Planungsgemeinschaften verfolgen diesen Ansatz nicht. Für sie regelt`s der Markt. Wer dessen Verwerfungen?
Selbstverständlich gibt es Teilregionalpläne zur Windenergienutzung, die nach hergebrachten Planungsmethoden Flächen zur Aufstellung von WKA bewerten. Die Frage steht hier, inwieweit strömungstechnische und klimatische Untersuchungen von wechselnden Windrichtungen und Fallwinden den gegebenen topografischen Bedingungen angepasst sind, in denen Windräder erbaut werden sollen, um negative Entwicklungen im Mikroklima zu verhindern? Ähnliche spezielle Betrachtungen müssen zu flächenintensiven Solaranlagen, insbesondere in der Nähe zu Schutzgebieten, angestellt werden.
Um die Frage nach negativen Entwicklungen im Mikroklima zu beantworten, gilt es zunächst das betroffene Biotop zu erforschen und großräumige, vor allem politische Grenzen übergreifende, Biotopkartierungen zu schaffen. Die gibt es aber nur im Ausnahmefall. Und um die zu schaffen, braucht es der Mitwirkung und der biologischen Kenntnis von Menschen. Beides bleibt für eine ganzheitliche Umweltbetrachtung aber nur aus Liebe zur Umwelt abrufbar.
Und ist die Erziehung zur Liebe in die Schöpfung nicht auch eine ethische Frage, die uns alle angehen sollte? Schon allein im Interesse unserer Kinder.
Aus diesem Ansatz heraus ist europäisches Umweltrecht geschrieben. Danach hat jede Art ihr Schutzrecht und ihre Lebensberechtigung. Verstöße gegen europäisches Umweltrecht werden teuer, insbesondere für Bundesländer, die dagegen verstoßen.
Soviel zu Rolands Leserbrief, der eine weitverbreitete, aber leider substanzlose irrige Meinung wiederspiegelt, bei der man nur hoffen kann, dass diese von den LINKEN in Regierungsverantwortung nicht übernommen wird.
Hans-Joachim Börner
21.11.14

Hier könnte Ihr Kommentar stehen.

Windkraftausbau

Hiermit führen wir die Diskussion über den Windkraftausbau weiter.

Kommentare und Diskussion zum Offenen Brief

der Volksinitiative “Rettet Brandenburg” und Waldkleeblatt-Natürlich Zauche e.V.

27.10.2014

Lieber Wolfgang Borchardt,

es ist nicht so, dass wir die Probleme der Tagebauregionen ignorieren – ganz im Gegenteil! Der Ausbau der Windkraft wird nur keinen Quadratzentimeter Tagebau weniger mit sich bringen! Deutschland hat 24.000 Windkraftanlagen im Betrieb und Brandenburg davon 3.400. Auch das große Ziel von ca. 73.000 Anlagen wird uns nicht die sichere Versorgung bringen, wenn kein Wind weht, denn “0 x 73.000 = 0”.
Speicher sind nicht in Sicht!! Sie sind nur ein Traum bisher, der sehr weit entfernt von der Realität ist. Der Kapitalismus zwingt uns aber, jede Minute der Realität ins Auge zu sehen.
Es ist auch unverantwortlich, die Bürger mit angeblicher Wertschöpfung bestechen zu wollen, denn diese hat Karl Marx ganz eindeutig definiert. Mit Subventionen jeglicher Art gibt es keine Wertschöpfung, sondern nur geschöpfte Bürger und ein paar wenige “Bereicherte”. Das ist gegen die Philosophie der Partei DIE LINKE. Fragen Sie bitte den Genossen Christoffers nach seinem eigentlichen Ziel beim weiteren Ausbau.
Dann ist da noch die Frage offen, wo, meinen Sie, wollen die Bürger künftig leben? In total zerstörter Natur, ohne schützende Wälder, zwischen lärmenden Rotoren? Rechnen Sie mal aus, wie viele Windräder Deutschland bräuchte für sein so leicht ausgesprochenes Klimaziel, die zusätzlich zum Tagebau sein müssen.
Als Grundlastsicherung wird weiter Kohle, Öl oder Gas gebraucht, wenn keiner AKW will. Die Forschungen für die nicht radioaktive Kernfusion sind allerdings recht weit fortgeschritten, sie kann eine Lösung werden.

Mit freundlichen Grüßen
Waltraud Plarre

27.10.2014

Lieber Wolfgang Borchardt,

ich versichre Ihnen, dass ich ihre Position akzeptiere, aber den Apell von Waltraud Plarre sehr ernst zu nehmen bitte!
In der Regionalversammlung werde ich WKA-Wildwuchs widersprechen.
Wird TTIP so eingeführt wie befürchtet, haben wir mit der Nachordnung des Umweltministeriums unter einem Landwirtschaftsministerium in Brandenburg umweltpolitisches Chaos und müssen zudem als Stromnettoexporteur völlig unnötig Katstrophen im Mikroklima bei weiterem ungeregelten WKA-Ausbau befürchten! Hier kann ganz schnell eine ehemals richtige Entscheidung durch Anhäufung von Quantitäten zu einer neuen, nicht gewollten Qualität werden.
Was wir aber brauchen, ist eine NEUE LINKE!!!!

Freundliche Grüße
H.J. Börner

27.10.2014

Liebe Waltraud Plarre,

aus dem Offenen Brief geht Ihre Ablehnung der BK-Verstromung nicht hervor; was Sie sozusagen im Hinterkopf haben, konnte ich daher nicht beurteilen.
Was Flauten (und Wolken bzw. Nächte – da gibt es auch noch Fotovoltaik) angeht, so haben Sie bereits Speicher ins Gespräch gebracht. Allerdings teile ich Ihre Auffassung nicht, dass Speicher bisher nur ein Traum sind – ihre energiewirtschaftliche Bedeutung ist aber noch VIEL zu gering. Daher ist unser Ansatz (der Ökologischen Plattform), mit der Speicherkonferenz einen (uns möglichen) Beitrag zur Beschleunigung des Speicherausbaus zu leisten.
Zu der Realität, der wir ins Auge sehen müssen, gehören übrigens auch die Gefahren des Klimawandels – auch wenn sie erst in einigen Jahr(zehnt)en ihre volle Wucht entfalten werden. Deshalb gehören die Förderung der Energiewende – und hier zur Zeit insbesondere der Speicherausbau – und die Ablehnung weiterer BK-Verstromung unmittelbar zusammen. Mit DIESER Argumentation den Koalitionsvetrag abzulehnen, damit bin ich völlig einverstanden.
„Windkraftausbau“ weiterlesen

Windenergie im Wald

Ein Jagdpächter berichtet auf der Internetseite Keine WKA im Wald über seine Erfahrungen mit dem Bau einer Windkraftanlage in seinem Jagdrevier:
Das Revier ist durch einen zehn Meter breiten Schotterstreifen zerschnitten und weil keine Tiere mehr blieben, musste er die Pacht aufgeben.

Die Deutsche Wildtier Stiftung – eine „nach unternehmerischen Prinzipien geführte private gemeinnützige Stiftung“ – hat am 11.11.2014 eine Studie mit dem Titel „Windenergie im Lebensraum Wald“ vorgelegt, in der festgestellt wird:

Wissenschaftliche Studie belegt: Windkraftanlagen schaden der Wald-Ökologie!„.

Die entsprechende Pressemitteilung wurde auch auf unserer Konferenz am 15.11.2014 verteilt.

Was ist dran an der Waldzerstörung und der Gefährdung von Wildtieren durch Windkraftanlagen?

Handelt es sich um einen weiteren Versuch, der großen Energiekonzerne, die Energiewende zu torpedieren oder um die Bemühungen von Naturschützern, „unseren Wald zu retten“? Es lohnt sich, etwas genauer hinzusehen.

„Windenergie im Wald“ weiterlesen

Kurzumtriebsplantagen können sich auf die Umwelt positiv auswirken

Pressemitteilung des Bundesforschungsinstituts für Ländliche Räume, Wald und Fischerei vom 03.09.2012

Energieholzbestände können gehölzarme Agrarlandschaften aufwerten

Die Nutzung von Holz zur klimafreundlichen Erzeugung von Bioenergie ist in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Um die Energiewende zu meistern, werden zusätzliche Holzreserven benötigt. Da eine verstärkte Entnahme aus den Wäldern bei nachhaltiger Waldbewirtschaftung an Kapazitätsgrenzen stoßen kann, werden Kurzumtriebsplantagen zunehmend interessant. Darunter verstehen Fachleute den Anbau von schnellwachsenden Baumarten wie Pappel oder Weide, vornehmlich auf landwirtschaftlichen Grenzertrags-Standorten.

Welche Umweltwirkungen hat aber ein verstärkter Anbau dieser Bäume in Agrarlandschaften? Wie können Kurzumtriebsplantagen in ihrer Lage und ihrer Bewirtschaftung so optimiert werden, dass Umwelteigenschaften wie Bodenwasserqualität, Bodenqualität und Artenvielfalt verbessert werden? Umfassende Antworten auf diese Fragen konnte jetzt ein internationales Forscherteam geben, an dem Waldökologen des Thünen-Instituts in Eberswalde beteiligt waren.

Unter anderem zeigte sich, dass das Sickerwasser in Agrarlandschaften weniger Nitrat aufweist. Der Grund für diese Qualitätsverbesserung: Kurzumtriebsplantagen müssen kaum gedüngt werden. Ein erhöhter Wasserverbrauch der Gehölze kann durch kurze Rotationsperioden weitgehend vermieden werden. Höhere Gehalte organischer Kohlenstoffverbindungen in Böden durch Laubfall und Bodenruhe wirken sich sowohl positiv auf die Bindungskapazität für Nährstoffe als auch für Wasser aus. Darüber hinaus bieten Kurzumtriebsplantagen neue Lebensräume für viele Pflanzen- und Tierarten, insbesondere in ausgeräumten Agrarlandschaften. Eine Kombination unterschiedlicher Baumarten, Gehölzalter sowie die Anlage kleinerer, heterogener Kurzumtriebs-Flächen fördert die Artenvielfalt. Entscheidend für die Umweltwirkung ist die die Lage der Holzplantagen. „Kurzumtriebsplantagen können sich auf die Umwelt positiv auswirken“ weiterlesen

Welche Rolle können Commons in Transformationsprozessen zu Nachhaltigkeit spielen?

Wuppertal Institut – 13.08.2012 http://wupperinst.org/das-institut/ (klick)

Die Debatten und die sozialen Bewegungen zu Commons spielen im Spannungsfeld der Abwehr aktueller Enteignungen und der Entwicklung neuer Perspektiven. Den Commons wohnt eine ihnen eigene Kraft neben Markt und Staat und eine eigene Transformationskraft hin zu mehr Nachhaltigkeit inne. Sie stellen als „Abwehr“ ein kritisches Korrektiv vorherrschender neoliberaler ökonomischer Rationalität und Praxen dar. Sie weisen als „neuer Referenzrahmen“ auf zukünftige Wege jenseits von Staat und Markt hin. Sicher stellen sie nicht die eine einzige große Lösung dar. Eine mit „Commons“ verbundene zentrale Herausforderung liegt jedoch darin, dass sie auf das verweisen, was dem Begriff „Transformation“ innewohnt: Eine Umformung moderner Gesellschaften, die ihren Kern – ihre Gestalt und ihre Struktur – betrifft. Bis heute werden „bürgerliche“ Gesellschaften zentral durch ihre Eigentumsverfassung bestimmt. Doch bis morgen und im Kontext der großen Transformation müsste eben diese Eigentumsverfassung neu geschrieben werden. Nicht in dem Sinne, dass nun alles Gemeineigentum ist und dass mit dieser Eigentumsform alle Probleme gelöst werden könnten. Sondern in dem Sinne, dass Eigentumsbildung anhand nachhaltiger Kriterien und vielfältig erfolgt. „Welche Rolle können Commons in Transformationsprozessen zu Nachhaltigkeit spielen?“ weiterlesen